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Mountainbike & Medizin
 

Hier treffen sich die zwei Schwerpunkte dieser Homepage, Mountainbike und Medizin. Wer beides mag, stößt immer wieder auf Themen, die auch beides betreffen. In dieser Sektion werden medizinische Themen abgehandelt, die den Mountainbike-Sport direkt betreffen. Es geht dabei weniger um eine reißerische Darstellung, wie sie oftmals praktiziert wird; vielmehr soll die Information sachlich und möglichst wissenschaftlich fundiert sein.

Die Inhalte sind alphabetisch geordnet, werden kurz erläutert und ggf. auf einer weiteren Seite vertieft. Die Liste wird weiter fortgeführt. Bisherige Begriffe:

  [ Borreliose ] [ FSME ] [ Impfungen ] [ Notarzt ] [ Zecken ]

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Borreliose = nach dem amerikan. Erstbeschreiber auch: Lyme-Borreliose
Es handelt sich um eine bakterielle Infektionskrankheit, die von Zecken auf den Menschen übertragen wird. Der Erreger heißt Borrelia burgdorferi und ist eine Spirochäte (= Ordnung schlanker spiralförmiger Bakterien).

Zahlen - Daten - Fakten: Überall in ganz Europa, wo Zecken leben, gibt es auch die Borreliose; es gibt also keine speziellen Risikogebiete wie bei der FSME. Es gibt bei dieser Zecken-Borreliose eine Höhenbegrenzung bei 1000 m. 5-35% der Zecken in Deutschland sind infiziert, nach Stich durch eine infizierte Zecke infizieren sich dann 10% der Menschen, 4% der Menschen erkranken. Jahreszeitlich treten die Infektionen zwischen März und November auf, wie bei der FSME, jedoch sind Infektionen mit Borrelien 100-300mal so häufig. Die Borreliose-Bakterien leben im Darm der Zecke. Deshalb ist eine Infektion während der ersten 24 Stunden Saugdauer unwahrscheinlich und eine frühzeitige Entfernung besonders wichtig.

trügerische Idylle ?

Der Krankheitsverlauf lässt sich in 3 Stadien einteilen, allerdings trifft man nur selten einen "Lehrbuch-mäßigen" Verlauf an. Frühstadien können übersprungen werden oder es treten nur einzelne milde Symptome auf. Weiterhin treten die Symptome auch bei vielen anderen Erkrankungen auf, so dass die Diagnose mitunter extrem schwierig ist.
 
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Stadium 1: Typisch ist hier ein sich von der Einstichstelle ausbreitendes Erythema migrans (zu deutsch: Wanderröte). Dieses Erythem (Hautrötung) breitet sich ringförmig aus und kann noch Wochen nach Infektionsbeginn bestehen. Begleitsymptome können sein: Kopf-, Muskel-, Gliederschmerzen, Nackensteifigkeit, Appetitlosigkeit, evtl. leichtes Fieber.

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Stadium 2: Bis Monate nach Infektion. Jetzt kann es zu Meningitis/Enzephalitis (Hirnhaut-/Gehirnentzündung) kommen, häufig Beteiligung der Hirnnerven. Relativ häufig kommt es zur Gesichtslähmung (akute periphere Facialisparese). Herzmuskelentzündung. Gelenkentzündungen, vorwiegend an Knie- und Sprunggelenk.

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Stadium 3: Spätstadium mit Pergamentpapierhaut (Akrodermatitis chronica atrophicans), chron. Entzündungserscheinungen des ZNS (Zentrales Nervensystem) mit Nervenausfällen bis hin zur Halbseitenlähmung, Gleichgewichtstörung (akute Ataxie), Entzündung eines oder mehrerer Gelenke.

Die Borreliose lässt sich vor allem im Frühstadium mit diversen Antibiotika behandeln. Im Frühstadium heilen aber auch viele Fälle unbemerkt und ohne Behandlung aus. Wegen der Schwere der Spätsymptome ist es aber wichtig, eine Borrelien-Infektion frühzeitig zu bemerken. Bei Verdacht kann man die Antikörper im Blut bestimmen. Auch lässt sich der Erreger selbst nachweisen. Man wird im konkreten Verdachtsfall immer eine Therapie mit einem Antibiotikum beginnen, um die gefährlichen Spätmanifestationen zu verhindern.

Als Prophylaxe (vorbeugende Maßnahme) kommen nur die üblichen Schutzmassnahmen gegen Zecken in Frage; siehe dort. Eine Impfung gegen Borreliose gibt es nicht.

Links zum Thema Borreliose:
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www.lymenet.org  (Lyme Disease Network)

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www.lyme.org  (Lyme Disease Foundation)

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www.aldf.com (American Lyme Disease Foundation)

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www.lymediseaseinformation.com (Übersicht der Firma Pfizer)

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www.zecke.de (gute Seite der Firma baxter)

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www.borreliose-bund.de (Borreliose-Selbsthilfegruppe)

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www.zeckenbiss-borreliose.de (Informationen rund um die Borreliose)
  

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FSME = Frühsommermeningoencephalitis
Die Frühsommermeningoencephalitis ist eine durch Zecken übertragbare virale Infektionskrankheit des Zentralen Nervensystems (ZNS), die mit Gehirnentzündung (Enzephalitis) und/oder Hirnhautentzündung (Meningitis) einhergehen kann.

Zahlen - Daten - Fakten: Das Robert-Koch-Institut benennt in Deutschland 2005 insgesamt 90 Kreise als Risikogebiete, Tendenz jährlich steigend. Die globale klimatische Erwärmung stellt eine Optimierung der Lebensbedingungen der Zecken dar: Beschleunigung des Entwicklungszyklus, Erhöhung der Eiproduktion, Anstieg der Populationsdichte, Verschiebung der Verbreitungsgrenzen. Zu den Hoch-Risikogebieten zählen in Süddeutschland Baden Württemberg und Bayern; im Einzelnen sind das die Kreise Calw, Ortenau, Rottweil, Emmendingen, Freiburg, Breisgau-Hochschwarzwald, Waldshut, Konstanz, Passau. In den Hochrisikogebieten tragen bis zu 5% der Zecken das FSME-Virus. In so genannten hot spots sind es deutlich mehr. Erregerbefallene Zecken findet man bis zu einer Höhe von 800 m. Übertragungsrisiko 1:500 bis 1:10000 je Zeckenstich in Endemiegebieten. Bei Infektion zeigen 70-90% der Menschen einen Verlauf ohne Krankheitssymptome, 10-30% haben nach 1 Woche grippale Erscheinungen. Bei 10% der Erkrankten mit Symptomen entsteht eine Gehirn und/oder Hirnhautentzündung.  10% der Meningoencephalitiden heilen mit Defekt aus - 3% Rollstuhlpflicht, 1-2% Todesfälle. Da die infektionsgefährdeten Berufsgruppen inzwischen weitgehend geimpft sind, entfallen auf sie nur noch 10% der FSME-Fälle. 90% der FSME-Erkrankten sind Personen, die sich im Rahmen von Freizeitaktivitäten infiziert haben. Männer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Die FSME tritt zwischen März und November auf; treffender wäre also die Bezeichnung Früh-bis-Spätsommer-Meningoencephalitis.

Der symptomatische Verlauf ist zweiphasig und tritt nach einer Inkubationszeit (Zeit zw. Ansteckung und ersten Symptomen) von 2-28 Tagen mit allgemeinen grippalen Beschwerden in Erscheinung. Unwohlsein, leichtes Fieber, Gliederschmerzen. Nach einem fieberfreien Intervall von 1 Woche kommt es zu einem erneuten Fieberanstieg mit Hirnhautentzündung (50%), Gehirnentzündung (40%), und/oder Rückenmarksentzündung (10%). Jetzt mannigfaltige neurologische Störungen: Meningismus (Nackensteifigkeit, ...), Kopfschmerzen, Erbrechen, Schwindel, Bewusstseinsstörungen, Lähmungen, delirante Psychosen, ... Schon bei Verdacht gehört ein solcher Patient ins Krankenhaus. Man kann sowohl die Antikörper des Patienten als auch das Virus selbst laborchemisch nachweisen.

Bei einer einmal ausgebrochenen FSME-Infektion können nur die Symptome behandelt werden. Es gibt keine spezielle Therapie gegen das Virus. Als Prophylaxe existiert eine Impfung: Die STIKO (siehe bei Impfungen) empfiehlt eine Schutzimpfung für exponierte Berufsgruppen, Freizeitaktivisten und Reisende in den Risikogebieten. Die Impfung besteht aus 3 Teilimpfungen, die intramuskulär in den Oberarm verabreicht werden. Serokonversionsrate (Nachweis von spez. Antikörpern) nach 2. Impfung bereits bei 95%. Nach der 3. Teilimpfung (Grundimmunisierung) besteht Impfschutz bei fast 100% der Geimpften für mindestens 3 Jahre. Dann ist eine Titerbestimmung bzw. Auffrischimpfung erforderlich. Neben dem normalen Impfmodus besteht bei einigen Impfpräparaten auch ein Schnellimpfmodus. Zu den weiteren prophylaktischen Maßnahmen zählt die Vermeidung eines Zeckenstichs, siehe unter Zecken.

Links zum Thema FSME:
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www.rki.de (Robert-Koch-Institut)

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www.pei.de (Paul-Ehrlich-Institut)

bullet www.bfr.bund.de (Bundesinstitut für Risikobewertung)
bullet www.dgk.de (Deutsches Grünes Kreuz)
bullet www.forum-impfen.de (Forum Impfen)
bullet www.bzga.de (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)
 

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Impfungen
... gehören zu den wirksamsten vorbeugenden Maßnahmen der Medizin. Unmittelbares Ziel ist es, den Geimpften vor einer Krankheit zu schützen. Bei Erreichen hoher Durchimpfungsraten ist es möglich, einzelne Krankheitserreger regional zu eliminieren und schließlich weltweit auszurotten. In Deutschland besteht keine Impfpflicht. Impfungen von besonderer Bedeutung für die Gesundheit der Bevölkerung sollen von den obersten Gesundheitsbehörden der Länder auf der Grundlage der STIKO-Empfehlungen "öffentlich empfohlen" werden.

Für den Mountainbiker sind von besondere Bedeutung die Impfung gegen Tetanus und in Risikogebieten gegen FSME (siehe dort).
 
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STIKO ist die Ständige Impfkommission mit Sitz am Robert-Koch-Institut. Sie wird vom Bundesminister für Gesundheit berufen. Die Experten beschäftigen sich mit Schutzimpfungen und Infektionskrankheiten in Forschung und Praxis und geben regelmäßig aktualisierte "Empfehlungen der STIKO" heraus, die den Bundesländern als Vorlage für ihre eigenen öffentlichen Impfempfehlungen dienen.
 

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Robert-Koch-Institut (RKI), www.rki.de, ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention. Kernaufgaben sind die Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten, insbesondere der Infektionskrankheiten. Zu den Aufgaben gehört der generelle gesetzliche Auftrag, wissenschaftliche Erkenntnisse als Basis für gesundheitspolitische Entscheidungen zu erarbeiten. Vorrangige Aufgaben liegen in der wissenschaftlichen Untersuchung, der epidemiologischen und medizinischen Analyse und Bewertung von Krankheiten mit hoher Gefährlichkeit, hohem Verbreitungsgrad oder hoher öffentlicher oder gesundheitspolitischer Bedeutung. Das RKI berät die zuständigen Bundesministerien, insbesondere das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS).
  

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Notarzt auf dem Mountainbike
Notarzt (Def.): auch Rettungsdienstarzt; im Rettungsdienst tätiger, in der Soforttherapie lebensbedrohlicher Zustände besonders qualifizierter Arzt. (© Pschyrembel - Klinisches Wörterbuch, 2004)

Synthese zweier LeidenschaftenBisweilen versehen Notärzte, die zugleich versierte Mountainbiker sind, ihren Notarztdienst per Mountainbike bei Laufmarathons. Die Idee ist nicht sehr weit verbreitet, da die Umsetzung im Vergleich zu sonstigen Tätigkeiten als Notarzt einige Besonderheiten mit sich bringt: In definierten Abständen folgen die Notärzte den Läufern gleichmäßig über das Feld verteilt. So steht man einem Großteil der Läufer direkt für Fragen oder Erste Hilfe zur Verfügung und hat eine möglichst kurze Anfahrt, sobald die Rettungsleitstelle einen Notarzt anfordert. Die gesamte Rettungsausrüstung (ca. 6 kg einschließlich Rucksack) führt der Notarzt bei sich. Sie beinhaltet alle Mittel zur erweiterten Lebensrettung; lediglich Sauerstoffflasche oder Defibrillator müssen nachgefordert werden.

>> Packliste für Mountainbike-Notärzte >>  Hier ein paar Tipps und ein Vorschlag für eine Packliste für Mountainbike-Notärzte.
 

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Zecken (siehe auch FSME und Borreliose)
Ixodes ricinus, der Gemeine Holzbock, zählt zu den häufigsten Vertretern in Deutschland. Er ist ein blutsaugender Parasit aus der Familie der Milben, Ordnung der Spinnentiere. Zecken sind zwar blind im eigentlichen Sinne, reagieren aber auf Erschütterungen, Körperwärme, Fettsäuren aus Schweiß (Buttersäure) und Kohlendioxid. Die Zecke ist "nüchtern" kaum größer als 1 mm, während des Blutsaugens kann ihre Größe aber auf das 10fache zunehmen.

Ixodes ricinus - Holzbock

Entgegen einer weit verbreiteten Meinung lassen sich Zecken nicht von Bäumen herab auf ihre Opfer fallen. Sie können sich aktiv auf ein Opfer in unmittelbarer Nähe zubewegen. Meist jedoch lauern sie auf Gräsern oder Gebüschen und warten, dass sie z.B. von einem Mountainbiker gestreift werden. Mit ihrem emporgerichteten vorderen Beinpaar, an dem sich auch hochspezialisierte Sinnesorgane befinden, finden die Zecken sofort Halt. Dann wandern sie auf der Haut des Opfers, bis sie eine weiche, warme Stelle gefunden haben. Diese ist nicht selten in Kniekehle, Leiste oder Achselhöhle. Mit ihren scherenartigen Mundwerkzeugen reißen sie die Haut des Wirtes auf und graben sich mit ihrem "Stachel" ins Gewebe. Dieser Vorgang ist schmerzfrei, da die Zecke mit ihrem Speichel Substanzen in die Haut einbringt, welche unter anderem für Schmerzfreiheit sorgen. Gerade dieser Speichel kann aber Krankheitserreger enthalten, die so auf den befallenen Biker übertragen werden.

Zecke mit Zeckenpinzette vollständig und richtig gefasstZeckenpinzette oder ZeckenzangeEntfernung einer Zecke: Je länger eine Zecke Blut saugt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Krankheitsübertragung. Daher soll eine Zecke so früh wie möglich mittels einer feinen Pinzette entfernt werden. Biker haben für 3 € eine Zeckenpinzette in ihrer Hausapotheke. Vorgehen: Die Zecke vollständig und möglichst dicht über der Haut greifen. Dann vorsichtig herausziehen. Die Zecke hat kein Gewinde! ... muss daher auch nicht beim Herausziehen gedreht werden. Nach dem Entfernen Bissstelle desinfizieren und ggf. Arzt aufsuchen.

Es gibt im Wesentlichen 3 durch Zecken übertragbare Infektionskrankheiten:
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Frühsommermeningoencephalitis (FSME)

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Lyme-Borreliose

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Humane granulozytäre Ehrlichiose (HGE)

Von besonderer Bedeutung ist die FSME, weil man als gefährdete Person dieser potentiell tödlichen Viruskrankheit durch eine Impfung vorbeugen kann. Die Borreliose ist zwar gut therapierbar, zeigt unerkannt bzw. unbehandelt jedoch auch schwere Verläufe. FSME und Borreliose werden auf dieser Seite als eigenständige Themen besprochen.

Die HGE ist eine seltene und recht harmlose Infektionskrankheit, wird nach Zeckenstich durch Bakterien verursacht und zeigt nach 2-7 Tagen Inkubationszeit grippeähnliche Symptome. In der Regel heilt die Erkrankung nach 1 Woche spontan aus. Auch eine antibiotische Therapie mit z.B. Doxycyklin ist möglich.

Vorbeugende Maßnahmen (Prophylaxe) gegen Zecken"biss":
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Impfung gegen FSME (siehe dort)

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Schützende Kleidung

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Aufenthalte im Gebüsch, hohem Gras meiden

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Inspektion des Körpers nach der Biketour

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Frühzeitiges Entfernen einer Zecke

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Beinrasur - was viele Biker unter Angabe diverser Gründe eh gerne tun, das macht hier Sinn: Der Halt der Zecke beim Vorbeistreifen wird erschwert und dieser komische neue Knubbel an der Wade wird unter der Dusche frühzeitig und leichter bemerkt.

Links zum Thema Zecken:
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www.zecke.de (gute Seite der Firma Baxter - u.a. Hersteller eines FMSE-Impfstoffes)

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www.zeckenschule.de (kindgerechte Seite zum Thema - Fa. Baxter)
  

 

 

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