Black Forest ULTRA Bike Marathon 2004      

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Wir begegnen einem Event der Extraklasse und zugleich einer der größten Mountainbikeveranstaltungen überhaupt. 4 Strecken stehen zur Auswahl:

Ultra 116,1 km   3150 Höhenmeter
Marathon 78,5 km   2000 Höhenmeter
Ultra Light 79,0 km   1900 Höhenmeter
Short Track 48,0 km   1000 Höhenmeter
(Wer versteht den Sinn der Variante Ultra Light ?)

Panorama 1  Panorama 2  Panorama 3

Neben der sportlichen Betätigung selbst spielt der Radsport alle seine übrigen Stärken aus: Ein prächtiges Naturerlebnis begleitet unsere Anstrengung. Das Ereignis begeistert Aktive und Zuschauer gleichermaßen. Die Stars (Sabine Spitz, Manni Heymanns ...) kommen zu Ihren Fans; nicht umgekehrt, und kostenlos. Allen wird applaudiert, auch den Konkurrenten und gar besonders den Langsamen, da die sportliche Leistung offensichtlich ist.

Die Organisation Wir lieben Euch ...ist nahezu perfekt und angesichts der 4554 Teilnehmer eine echte Glanzleistung. Die Wegbeschilderung lässt auch im Angesicht der Leistungsgrenze keine Frage offen, ist sogar mit manch motivierendem Poster an markanten Streckenabschnitten aufgelockert. Leider zeigt das vorab gedruckte Höhenprofil nicht alle Anstiege, weshalb die Krafteinteilung besonders an den letzten Anstiegen deutlich erschwert ist; hier ist für 2005 dringend eine Verbesserung nötig. Alle paar Kilometer sitz ein Rettungssanitöter, teilweise in der üblichen hochmotivierten Bereitschaftsposition. Ebenso regelmäßig liegen Erste-Hilfe-Stationen für erkrankte Bikes verteilt. Die Verpflegungsstellen sind großzügig aufgestellt, damit auch der ganz eilige Racer nicht warten muss. Wir finden isotonische Getränke, Wasser, Apfelschorle, Cola. An Festnahrung bekommen wir Äpfel, Bananen, Brot, Riegel sowie das kau- und schluckfreundliche Power-Gel gereicht. Hervorzuheben ist, dass alle Beteiligten, auch wenn es mal stressreicher wird, immer sehr bemüht und freundlich sind. Wir werden aufgefordert, noch mehr zu trinken (Kampf den Wadenkrämpfen), das salzige Brot doch auch einmal zu probieren, ... und zum Abschied "noch eine gute Fahrt ..."

Die Schwarzwälder ein tolles Publikumsind also allesamt in Volksfeststimmung. Jeder klatscht, bimmelt mit Opas alter Kuhglocke und ruft -wenn die Beine am Anstieg schmerzen- Aufmunterndes zu. Mal fahren wir an Akkordeonspielern vorbei, mal beschallen Anwohner mit ihrer Stereoanlage unseren Weg mit treibenden Sounds. Selbst der radsportbegeisterte Bahnhofsvorsteher einer entlegenen Ortschaft nutzt seine Lautsprecher, um uns in ohrenbetäubender Lautstärke anzuspornen. Ein besseres Publikum kann man sich nicht vorstellen.

Die Akteure teilen sich in 2 Gruppen auf. Frauen mit PowerZunächst sind da die ganzen Radsportgrößen, denen man eigentlich nur in den Medien begegnet. Diese Lizenzfahrer, die heute erstmals um den offiziellen Titel des Deutschen Meisters kämpfen, fahren im ersten Startblock. So bleibt uns in aller Frühe (Start um 7:20 Uhr) genügend Zeit, die Stars und Ihre Ausrüstung aus nächster Nähe zu bestaunen. Völlig unverständlich ist jedoch, warum sich entgegen dem Reglement (!) einige der weltbesten Mountainbiker bis zur letzten Minute warmfahren dürfen, während die Kontrahenten die letzten 20 Minuten vor dem Start im Startblock warten müssen.
Die zweite Gruppe sind die Amateure. sportlich, aber ohne übertriebenen EhrgeizEs wird ein freundliches Miteinander, sehr sportlich aber ohne übertriebenen Ehrgeiz. Die meisten Radler wissen eh, dass man beim letzten Drittel eines Marathons sein eigener Gegner ist, die anderen sind Gefährten. Bei Pannen und Verletzungen wird sofort Hilfe angeboten, auch unter Inkaufnahme eines schlechteren Ergebnisses. Im Wesentlichen ist das teils internationale Publikum angereist, um eine gute Zeit zu verbringen und nette Kontakte zu knüpfen. Gesamteindruck auch hier: sehr positiv.

immer dabei: www.nmbiking.deDie Martinis, ach ja, die sind auch dabei. 5 sind es (es gibt noch mehr). Das ist uns eine besondere Freude. Martinis ist so eine Art Synonym für Radsportfreu(n)de. Man trifft sie eigentlich überall dort an, wo etwas mit Mountainbike zu tun hat. Sie treten im Rudel auf, verbreiten erheblich gute Laune und sehen das Biken im Kontext, denn "... Mountainbiken ist mehr".

Das Ziel ist ein besonderes Erlebnis. Zuerst führt derZiel Weg der Langstrecken über eine hohe Holzrampe, dann kommt die Zieleinfahrt mit einer Stadionrunde vor vollen Tribünen. Jeder, auch der Langsame, wird beklatscht. Jeder darf sich ein bisschen wie ein Radstar fühlen und weis, dass er/sie heute in den eigenen Grenzen das obere Limit abgetastet hat. Ziel. Erleichtert steigt man ab und bemerkt erst jetzt, wie sehr so manches Körperteil schmerzt.

Die Frage, die bleibt, ist nur: Wann können wir uns für das nächste Jahr anmelden? Bis dahin werden wir natürlich noch einige Tausend Kilometer mehr in den Beinen haben ...

Schnelle Lahme

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