Logbuch-Archiv 2010 - Juli bis September

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 [  Tradition und Kultur
                    des Bikens  ]

 

Tradition (lat. tradere = hinübergeben) bezeichnet die Weitergabe von Handlungsmustern, Überzeugungen und Glaubensvorstellungen. Tradition geschieht innerhalb einer Gruppe oder zwischen Generationen und kann mündlich oder schriftlich über Erziehung oder spielerisches Nachahmen erfolgen. Die soziale Gruppe wird dadurch zur Kultur.

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So. / 25.09. / MTB?
mit dabei: Ski-Club Oberried

Fiktives Mountainbiken in virtueller Gebirgslandschaft
Der Ski-Club Oberried  lädt ein zur Mountainbike- und Wandertour in die Vogesen. Wettermäßig werden die schlimmsten Befürchtungen wahr. Regen, Kälte und Nebel. Also wird gewandert. Tourguide Klaus zeigt am Gipfel ein Foto auf seinem Handy, das er vor einer Woche geschossen hat.
"So sähe es aus, wenn hier nicht so ein Nebel wäre!"
"Ohhh", "Aaah", "Lass mal sehen, toll!"
Um so lohnender die abschließende Einkehr.

Bei der abendlichen Weingutbesichtigung im Elsass mit fortschreitender Weinprobe versichert man sich gegenseitig, dass es ein toller Ausflug war - mit toller Aussicht - den man nächstes Jahr unbedingt noch einmal ohne Nebel wiederholen muss.
Do. / 23.09. / 3h 39min / 45,7km / 1264HM / MTB
mit dabei: allein

Die Wettervorhersage
für die nächsten Tage ist mehr als schlecht. Und das am bevorstehenden Wochenende: Abkühlung, Sturm und Dauerregen. Also schnell noch mal rauf aufs Bike ...
Mi. / 22.09. / 1h 30min / 15,5km / 733HM / RR
mit Siggi und Thomas

Rennradtreff der Bike Bären Oberried
Eigentlich hatten wir nicht mehr damit gerechnet, bei der frühen Dunkelheit noch einmal am Mittwochabend zu fahren. Doch bei schönstem Sonnenschein geht`s noch ein Mal. Wir fahren einfach nur hinauf zur Erlenbacher Hütte. Bei 8 - 14% geht es gut 7 Kilometer bergauf. Oben gibt`s ein Bier. Dann in der Dämmerung schnell wieder hinab, solange wir noch etwas sehen können. Das war es dann wohl. Bis zum nächsten Jahr, mittwochabends 18:30 Uhr.

So. / 19.09. / 3h 55min / 30,5km / 804HM / MTB
mit Manu + Thomas, Zoe (Singletrailer) + Pia (Streamliner)

Herbstliches Strahlen
Eine sehr gemütlich entspannte Familientour bei sonnigem Wetter. Das Licht bereits herbstlich, in höheren Lagen die ersten Blätter schon verfärbt. Noch Spätsommer oder schon Herbst? Genauso unsicher sind wir bei der Wahl unserer Kleidung. Beim Anstieg schwitzen wir und würden am liebsten alle Kleider von uns werfen. Bei der Abfahrt frieren uns die Finger ein.

Die Tour geht von Oberried durchs Zastlertal hinauf zum Hinterwaldkopf. Die Hinterwaldkopfhütte enttäuscht leider: Schon um halb 3 Uhr gibt es keinen Kuchen mehr. Schoki auch nicht. Keine Riegel, keine schnelle Bretzel. So können wir den Kindern gegenüber erst in Kirchzarten Wort halten, als wir leckeren Kuchen kaufen, den wir Zuhause in der späten Nachmittagssonne noch genießen können.

Sa. / 18.09. / 3h 52min / 45,2km / 1293HM / MTB
mit den Oberrieder Bike-Bären

Bike-Bären
fahren flott. Und da das Jahresabschlussrennen wegen Waldarbeiten um 2 Wochen verschoben werden muss, nutzt jeder die Samstagsrunde noch einmal als Trainingseinheit. Die Tour: Oberried > Zastlertal > Hinterwaldkopf > "blaue Route Weg" zum Rinken > Raimartihof > Caritashaus am Feldberg > Feldberg Talstation > Todtnauer Hütte > St. Wilhelmer Hütte > Stollenbacher Hütte. Dort dann die obligatorische gemütliche Einkehr zum Abschluss.
Mi. / 25.08. / 46,1km / MTB

Mountainbiken auf Kreta / Tour 3 /
Kissamos - Falássarna
Längst haben wir unser Lager an der Westküste Kretas in der Nähe von Kissamos aufgeschlagen. Wir fahren entlang der Küste, die hier touristisch noch nicht so sehr erschlossen ist wie viele andere ehemalige Geheimtipps. Über steile Schotterpfade geht es über den Gramvousa. Die Abfahrt ist so steil, dass bereits jetzt feststeht, wir müssen einen anderen Rückweg wählen.

Nach diesen schweißtreibenden Höhenmetern erreichen wir den Traumstrand von Falássarna. Da wir uns vorher belesen haben, sind wohlweislich die Badesachen eingepackt. Es erwartet uns die längste Pause, die wir bei einer Biketour auf Kreta gemacht haben. Stundenlanges Eisessen, Schwimmen, Limotrinken, Faulenzen ...

Auf dem Rückweg haben wir so viele Platten durch Dornen, dass bald alle Ersatzschläuche und alles Flickzeug aufgebraucht sind. Schließlich beginnt ein Wettlauf zwischen schnellem Aufpumpen und noch schnellerem Fahren, solange die Luft in dem durchlöcherten Reifen hält.

  

So. / 22.08. / 45,3km / MTB

Mountainbiken auf Kreta / Tour 2 /
Réthimnon - Argiroúpoli
Eigentlich hätte heute wieder ein Badetag am Sandstrand von Réthimnon auf dem Programm gestanden. Der aufziehende Sturm nimmt jedoch nicht nur die brütende Hitze sondern auch den Badespaß. Kretische Regel: Sieht man die Schaumkronen bis zum Horizont, wird die rote Fahne gehisst: "Baden für Jedermann verboten!".

Schon in der Morgendämmerung lassen wir die alte Festung von Réthimnon hinter uns. Die Sonnenstrahlen werfen so früh ein phantastisches Licht. Selbst Adobe Photoshop konnte an diesem Bild nichts mehr verbessern:

Wir fahren auf einer großen Schleife durch das Landesinnere über einige wild zerklüftete Bergkämme. Immer wieder durchfahren wir (noch recht) einsame Bergdörfer. Hier ist Kreta. Hier sitzen die Männer beim morgendlichen Kaffee im Kafeníon. Hier winkt man uns freundlich zu. Ein Bauer sieht, wie wir die Wassermelonenfelder bestaunen und schenkt uns sogleich eine solche, die wir kaum heben können. Hier ist Ruhe. Hier passiert auch einmal ein paar Stunden lang nichts. Zugegebenermaßen bilden wir mit unserer sportlichen Betätigung einen gewissen Kontrast zur griechischen Gemütlichkeit - wir haben nie auch nur einen einzigen Mountainbiker auf Kreta gesehen. Das mag in den kühleren Sommermonaten vielleicht anders sein.

Unser Zwischenziel sind die Wasserfälle von Argiroúpoli. Spektakulär sind sie eigentlich nur für ein Land in dem im Juli und August die durchschnittliche Anzahl an Regentagen Null beträgt. Dennoch lässt der Grieche keine Möglichkeit aus, eine Tavérna zu bauen. Und so kann man die Wasserfälle eigentlich nur besichtigen, indem man durch 3 Tavernen hindurch läuft. Dabei lädt der freundliche Kellner wiederholt zum Essen ein. Doch dieses Mal bleiben wir standhaft und suchen den nächsten Supermarkt auf. Dort bekommen wir die 3 Liter Wasser, die wir noch für den Heimweg brauchen.

Wir fahren noch durch einige Bergdörfer und wie immer durch tausende von Olivenbäumen. In ihnen sitzen wiederum tausende von Zikaden, deren lautes Geschrei uns höhnisch verfolgt als wollten sie fragen: "Was macht ihr hier in der Hitze, Biker?"

Zum Abschluss darf das Belohnungseis natürlich nicht fehlen: Für die eine Tochter, weil sie so tapfer mitgefahren ist und für die andere, weil sie so lieb geschlafen hat.
Fr. / 20.08. / 48,4km / MTB

Mountainbiken auf Kreta / Tour 1 /
Réthimnon - Kloster Arkádi
"Freiheit oder Tod!" Unruhen in Kreta. Die Türken rücken weiter vor auf das Zentrum des Widerstands: Kloster Arkádi im Landesinneren. Ein Ultimatum vom türkischen Pascha in Réthimnon, sich zu ergeben, hat der Abt von Arkádi ignoriert. Immer mehr Kreter flüchten aus Angst vor den türkischen Besetzern in das Kloster. Tapfer verteidigen sich die belagerten Kreter gegen die Übermacht der angreifenden Türken. In einer letzten Messe wird abgestimmt und alle versammeln sich in der Pulverkammer. Mit einem letzten Schuss sprengen sich die Belagerten in die Luft und entgehen so den sicheren Qualen der bevorstehenden türkischen Gefangennahme.
Das war am 9. November 1866. Erst über 30 Jahre später werden die Kreter befreit und wieder eigenständig. Für die Griechen hat dieses Ereignis unbedingten Freiheitswillens eine sehr große Bedeutung: der 8. November ist Nationalfeiertag Kretas und das Kloster Arkádi war auf dem früheren 100-Drachmen-Schein abgebildet.

Wir beginnen unsere erste Mountainbike-Tour in Réthimnon, an der Nordküste Kretas. Wegen der extremen Hitze im August mit Temperaturen um die 40 °C stehen wir in der Dunkelheit auf, bereiten uns vor und fahren in der Morgendämmerung, um ca. 6:30 Uhr los.

Es sind einige extrem lange und steile Anstiege zu bewältigen. Bald sind es 35 °C. Die Kinderanhänger erscheinen uns schwerer denn je. Unser GPS-Gerät (Vista HCx von Garmin) führt uns sicher über steile Schotterwege. Es dauert eine kleine Ewigkeit, bis wir einen Gebirgszug überquert haben. Dann ist der restliche Weg asphaltiert und leicht zu befahren.

Nachdem wir das Kloster Arkádi besichtigt haben, kaufen wir uns 4 Liter Wasser und füllen unsere leeren Trinkflaschen. Auf dem Rückweg brauchen wir uns nur noch den Berg hinunterrollen zu lassen und sind nach weiteren 10 Kilometern Flachstrecke zurück am Campingplatz.
So. / 18.07. / 1h 07min /
11,5km / 800HM / MTB mit Anhänger

mit den 4 Lahmes

Schauinslandkönig 2010
Einzelzeitbergfahren Wie jedes Jahr eine gelungene Veranstaltung für die ganze Familie:

+ kein Stress
+ kein Risiko
+ und endlich mal keine wahnsinnigen Motorradfahrer auf dem Schauinsland

Ein kleiner Nachteil wird leider jedes Jahr etwas größer: das Gewicht der Kinder ...

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