Logbuch-Archiv 2008 - Oktober bis Dezember


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Es gibt viele Arten, Fahrrad zu fahren. Wir biken.
Das heißt, wir fahren mit dem Mountainbike, im Wald, immer, gemeinsam.
Zwischen den Zeilen entdeckt der suchende Leser eine eigene Philosophie.

   
Mountainbike Jahresrückblick 2008

Biketradition und Bikerkultur 2008

Tradition (lat. tradere = hinübergeben) bezeichnet die Weitergabe von Handlungsmustern, Überzeugungen und Glaubensvorstellungen. Tradition geschieht innerhalb einer Gruppe oder zwischen Generationen und kann mündlich oder schriftlich über Erziehung oder spielerisches Nachahmen erfolgen. Die soziale Gruppe wird dadurch zur Kultur.

Traditioneller Kultur-Rückblick: 2008 - 2007 - 2006 - 2005 - und noch Älteres

Wir wünschen allen Bikern und denen, die es noch nicht sind:

Frohe Weihnachten
und
alles Gute für 2009

So. / 16.11. / 2h / 23,3Km / 181Hm / MTB

Unterwegs mit Mountainbike, Singletrailer und Flugzeug
Eine flache kleine Dreisamtal-Runde mit Mountainbike, Singletrailer und Flugzeug. Heute kommt vor allem Pia auf ihre Kosten. Wenn die geduldigen Eltern nicht halb erfroren die Notlandung eingeleitet hätten, um nach Hause zu fahren, würde Pia wahrscheinlich heute noch schaukeln.

So. / 02.11. / 2h 20min / 20,5Km / 484Hm / MTB

Kleine feuchte Herbstrunde

Die schönste Zeit des Bikerjahres ist nun leider vorbei. Es ist nass, kalt, die leuchtenden Herbstfarben gehen schnell verloren. So fahren wir auch nur eine mäßig motivierte kleine Runde über den Brombergsattel.

So. / 19.10. / 9h /
59,3(+35,5)Km / 1026(+756)HM / MTB

Ein Auerhahn

Wie in der vergangenen Woche schon nehmen wir zunächst den Zug ab Wiehre-Bahnhof. 2 Bikes und 2 Erwachsene kosten jeweils 4,80 Euro, insgesamt also 19,20 Euro, Kind und Anhänger fahren kostenlos. Nebenbei lernen wir eine Menge gut gelaunter Wochenendausflügler kennen. Nach ungefähr einer Stunde haben wir auf diese Weise schon 35 Km und 750 Höhenmeter zurückgelegt, und dabei auch noch in Ruhe gefrühstückt. Wir steigen in Seebruck/Bärental aus.

Strahlend blauer Himmel, so früh herrschen noch recht eisige Temperaturen in dieser Höhe, an schattigen Stellen liegt sogar noch Frost auf dem Gras. Uns erwartet ein phantastischer Herbsttag in den Bergen.

Von Bärental fahren wir zum Raimartihof. Es folgt eine Umrundung des Feldsees, weiter hinauf zum Caritas-Haus. Da wir nicht wissen wie lange wir, bevor der erste Schnee liegen bleibt, hier noch hinauffahren können, pedalieren wir noch einmal ganz hinauf bis zum Feldbergturm (ca. 1500 m). Dort wird das Bike abgestellt und wir machen eine größere Wanderung mit Pia. Zuerst hinauf auf den 50 m hohen Turm, dann zum Seebuck.

Auf dem Rückweg entdecken wir plötzlich einen Auerhahn, eines der seltensten Tiere des Schwarzwalds. Entweder ist er krank oder sehr menschengewöhnt. Für letzteres sprechen die Kennzeichnungen an beiden Fußgelenken. Jedenfalls bekommen wir die einmalige Möglichkeit, einen Auerhahn in freier Wildbahn aus nächster Nähe zu sehn.

Eine nächste Einkehr machen wir bereits nach wenigen Minuten in der Todtnauer Hütte, ich glaube die einzige Hütte in der Gegend, die wir bislang noch nie besucht haben. Doch es lohnt sich. Windgeschützt genießen wir die letzten wärmenden Sonnenstrahlen bei einem heißen Tee. Später, bei Stübenwasen heißt es in der Abendsonne dann noch einmal durchatmen, mit Fernsicht bis zu den Schweizer Alpen.

Für die vielen schönen Bilder wurde eine neue Galerie erstellt: hier bitte klicken!

Fr. / 17.10. / 1h / 13,8Km / 403HM / MTB

Energieniveaus

Man kann noch so erschöpft sein. Schafft man noch die kleine Zusatzleistung, sich auf`s Bike zu schwingen, so widerfährt einem Erstaunliches. Nach kurzer Zeit der Anstrengung fühlt man sich paradoxerweise gestärkt und erfrischt. Fast so, als gäbe es im Wald ein höheres Energieniveau, das irgendwie auf einen selbst übergeht.
Zuhause dann sind all die kleinen Sorgen wieder ins rechte Licht gerückt und man spürt neue Kraft - dabei war man vorhin noch so erschöpft.

So. / 12.10. / 4h 17min / 50,7(+27,4)Km / 510(+607)HM / MTB

Der unbarmherzige Schaffner

Wir erweitern unseren Aktionsradius, ohne uns mehr anstrengen zu müssen. Mit der Bahn geht es in Windeseile ins Feldberggebiet. Dabei lernen wir heute, dass im Regionalverkehr keine Fahrkarten mehr im Zug zu lösen sind. Demzufolge wird man ohne wenn und aber wie ein "krimineller Schwarzfahrer" behandelt. Eigentlich wären wir gar nicht angesprochen worden. Doch nun, da wir auf den Schaffner zugegangen sind, um uns eine Karte zu kaufen, sind 40 € Strafe für jede Person und nochmals 40 € für jedes der beiden Bikes fällig, die ja auch schwarz gefahren sind (Kein Witz!). Der Schaffner zeigt sich gänzlich unnachgiebig. Ärgerlich. Bald melden sich einige Zugpassagiere zu Wort, die das Ganze ungerecht finden. Der Schaffner bleibt stur: "Ich habe meine Vorschriften! Wenn es Sie nun zu Unrecht trifft, kann ich es nicht ändern. Ich kann kein Auge zudrücken." Wir diskutieren so lange herum, bis wir an der Stelle aus dem Zug gehen müssen, wo wir eh hinfahren wollten. Da wir keine Personalausweise bei uns tragen, bleibt uns die Strafzahlung erspart.
... und das alles nur, weil wir uns selbst gemeldet haben, um Tickets zu kaufen! Jedoch nicht einmal diese mussten wir bezahlen. Denn das geht ja nicht mehr, es können ja nur noch 40-€-Strafen kassiert werden.
Normalerweise wird auf bikeXtra ja nur Erfreuliches berichtet. Diese kleine Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Geschichte wird jedoch erwähnt, um andere vor der Ticket-Falle zu schützen.

Als ich bei der Durchquerung eines Bachs am Feldsee meinen Actioneinsatz habe, ist das alles wieder vergessen. Im Herbst ist der Feldsee ein ganz besonderer Ort. Es ist tragisch-schön, wie die Natur hier noch einmal prächtig erleuchtet, während das herbstliche Leben selbst bereits im Begriff ist zu verblassen.

Sa. / 11.10. / 4h 17min / 27,0Km / 628HM / MTB

Indian Summer
"Mit Indian Summer bezeichnet man jene Zeit im Spätsommer und Frühherbst in Kanada und den Neuenglandstaaten, aber auch in Teilen Alaskas und dem Mittleren Westen der USA bis nach Süden, die durch das lebhafte Farbenspiel der orangeroten Wälder charakterisiert ist. Verbunden ist dies mit einem oft strahlend blauen Himmel und einem erneuten Anstieg der Temperaturen auf teilweise über 20 °C." (aus Wikipedia)
... und das gibt es auch im Schwarzwald. Nur, dass die Schwarzwaldindianer nicht auf Pferden, sondern auf ihren Bikes durch die Wälder streifen. Keine der Zutaten des Indian Summer fehlen auf unserem Weg. So fahren wir im Farbenrausch einen neuen Weg durch das Wittental und steil hinauf zur Schlangenkapelle. Weiter oben am Streckereck entdecken wir eine neue überdimensionierte Holzliege, auf der wir alle 4 (!) Platz finden. Da hat sich jemand etwas wirklich Geniales einfallen lassen. Wir rasten bei Apfelsaftschorle und Müsliriegel in der abendlichen Herbstsonne, die gerade noch etwas wärmt, mit weit schweifendem Blick gen Norden, weit über das Wildtal hinweg.

Wir machen uns auf den Heimweg: Windel wechseln, Armlinge, Windweste, Jacke anziehen, Helme aufsetzen (!), Anschnallen, ... Die Abfahrt ins Attental ist schon sehr frisch, der Boden etwas matschig. Zuhause werden die Bikes geschrubbt, Kette neu geölt und noch dies und das. Auch diese Arbeit soll nicht unerwähnt bleiben. Schließlich sind wir alle gut erholt zurück und die Bikes startklar für das nächste kleine Abenteuer ...

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