Logbuch-Archiv 2007 - Juli bis September

[  sinn - bild - liches  ]  Es gibt viele Arten, Fahrrad zu fahren. Wir biken. Das heißt, wir fahren mit dem Mountainbike, im Wald, immer, gemeinsam. Zwischen den Zeilen entdeckt der suchende Leser eine eigene Philosophie. Dabei schauen wir besonders gerne nach links und rechts. So ist es auch sinnbildlich, dass die Logbuchbilder ab 2007 das breite 16:9-Format haben.

     

Mi / 26.09. / 1h 47min / 16,7Km / 450Hm / MTB-Nachtbiken

Nacht-Bekanntschaften
Es ist einer der seltenen Mittwochabende, an denen nur ein einziger Biker am Schwabentor-Treff steht. Das bin heute ich. Herbstausrüstung angezogen, Akkus geladen, Bike startklar gemacht. Und jetzt einfach wieder nach Hause? Nein. Also allein in den nächtlichen Wald. Nicht lange und ich treffe 2 weitere Nachtbiker aus der mehr Downhill-beeinflussten Szene: Julien und Alex. Wir kurbeln zusammen hinauf zum Rosskopfturm. Es gibt allerlei Interessantes zu erzählen. Als sich die beiden reptiliengleich mit einer zweiten Haut aus Protektoren umhüllen ist klar, dass wir die Abfahrt nicht gemeinsam antreten werden. Wir verabschieden uns und in sportlichem Tempo verschwinden die beiden im Dunkel irgendwelcher Steilhänge. Ich fahre 15 min allein durch den dunklen Wald ab: Rechts leuchten plötzlich 2 grüne Augen im Dickicht. Da ein Fauchen. Dann eine Eule von oben: "Huhuuu, huhuuu." Knackt da hinten nicht irgendetwas? Hoffentlich schrecke ich keine Wildschweine mit Frischlingen auf ... Erstaunlich, welche Urinstinkte bei solch einer nächtlichen Alleinfahrt geweckt werden. Man kann es kaum beschreiben. Versuch es mal selbst und Du weißt was ich meine!

Mi / 19.09. / 2h 05min / 25,4Km / ca. 400Hm / MTB-Nachtbiken

Warum der Mond leuchtet?
Warum geht die Lampe im Mond nie aus, wenn wir ihn sehen? Wie dünn muss die Oberfläche sein, damit das Licht überhaupt hindurch scheinen kann? Was ist, wenn es auf dem Mond schlechtes Wetter und bewölkt ist? Fragen über Fragen, die einen über viele Jahre quälen können.

Doch Nachtbiker wissen mehr:
Schon Gelehrte haben geschrieben, dass der Mond wohl irgendwie von außen angeleuchtet wird. Aber auch das will nicht jedem so richtig "einleuchten" ... BIS HEUTE! Heute liefert bikeXtra.de exklusiv ein Beweisfoto, wie es funktioniert: Michael ist es, der den Mond mit seinem Gasentladungsscheinwerfer von Busch & Müller anstrahlt. Big Bang heißt das technische Wunderwerk.

Später haben wir noch einem entlaufenden Kälbchen den Weg geleuchtet. Es hat unsere guten Absichten aber irgendwie nicht erkannt.

So / 16.09. / 5h 30min (8h 11min) /
72,3Km / 1276Hm / MTB

entspannte Familien-Tour
... über den Hinterwaldkopf und Feldberg. Ausgiebiges Picknick auf der Hinterwaldkopfwiese und dem Feldberg bei Stübenwasen. Bei bestem Wetter sind Scharen von Naturfreunden unterwegs.

Auf der dann einsamen Abfahrt von Stübenwasen nach Oberried aus ca. 10m Entfernung Gämse gesehen. Alle waren sehr überrascht, auch die Gämse. Abschließende Belohnung im Ganter-Biergarten:

  

So / 26.08. / 4h 58min / 62,9Km / 1464Hm / MTB

Alleingang im Gleichklang
Vorsichtig, fast ängstlich und mit viel Ruhe und Zeit steht heute mal wieder eine normale Runde auf dem Programm. Auf der eigenen Runde kann man ungestört den inneren Rhythmus finden. Es dauert eine ganze Zeit. Niemand zieht nach hinten, niemand nach vorne. Heute sagt der eigene Rhythmus immer wieder einmal: Stopp! Mal auf der Bank mit Aussicht das mitgebrachte Baguette in Ruhe essen, mal beim Anstieg stehen bleiben und trinken, mal ein paar Gänge runter schalten ...

Schauinsland > Notschrei > Stübenwasen. Immer wieder erschrecke ich mich, wenn ich hinüber zur St. Wilhelmer Hütte sehe: Wie krank sieht der Wald hier aus! 30%? 60%? Der Anteil kranker Bäume scheint hier gar nicht so groß zu sein. Die meisten sind nämlich tot.
Lange Pause an der Zastlerhütte mit Apfelkuchen und 1 Erdinger alkoholfrei.

Satirisches im August ?

Der Jäger gerne schallend lacht,
wenn des Bikers Schale kracht.

Vom Jäger ins Visier genommen - mit dem Auto, der Mountainbiker. Dem Tod für eine Sekunde ins Auge gesehen, über das Jägerauto gestürzt, Aufschlag, Helm geborsten. Der Jäger jagt, um den Bestand zu wahren. Manchmal muss er dezimiert werden. Was kreucht da alles durch des Jägers Wald: Wildschweine, Mountainbiker, Wildbiker und Mountainschweine. Peng, der Aufschlag. Er geht zu Boden. Ein guter Treffer! Waidmanns Heil und Dank! (Ende der Satire)

"Es wird niemals so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd." - Otto von Bismarck

Und nun folgen doch noch ein paar traurige Fakten:

- Bis heute, 12 Tage danach, fehlt jede Anfrage des PKW-Fahrers nach dem Befinden und der Genesung.
- Bis heute verweigert die Polizei als einziges die Aussage des Mountainbikers.
- Bis heute verweigert die Polizei, die Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung entgegen zu nehmen.

Es gäbe noch mehr Unerfreuliches zu berichten, was aus Gründen der Diskretion unterlassen bleibt. Ohne Rechtsbeistand scheint hier nichts mehr zu gehen ...

(Bilder durch dunkelgrüne Rechtecke so verändert, dass niemand ungewollt erkannt werden kann)

So / 22.07. / 3h 03min / 76,9Km / 629Hm / RR

Cyclotourisme Grosbliederstroff (Saarland - Tag 2)
Saarland, Frankreich, Deutschland, Lothringen, ... das ist hier alles einerlei. Und genauso wird hier auch gesprochen. Ein bisschen aus jeder Sprache oder Mundart. Man versteht immer ein wenig und doch nie alles. Allen gemeinsam ist, dass man sich hier jeden Sonntagmorgen um 8 (in Worten "acht") Uhr am Vereinshaus in Grosbliederstroff trifft.

Grosbliederstroff (deutsch Großblittersdorf) ist eine Gemeinde im französischen Département Moselle in Lothringen. Sie grenzt an Deutschland, an die Gemeinde Kleinblittersdorf, mit dem sie durch die Freundschaftsbrücke verbunden ist, die die Saar überspannt. Der Ort wurde urkundlich erstmals 777 als Blittharia villa erwähnt.

14 Rennradfahrer sind es heute. Darunter treffe ich einige alte Bekannte wieder. Auch die Tour weckt alte Erinnerungen: die Saar, die endlos lang asphaltierten Eisenbahnschienen nach Blieskastel, Niederwürzbach mit seinem Weiher, der steile Anstieg nach Ommersheim, das wohlklingende Mandelbachtal, die unzählige Male erklommene Fechinger Höhe, die wir heute nur streifen. Es war gut, einmal wieder da gewesen zu sein.
Kurz nach elf Uhr, wieder zurück in Grosbliederstroff, sammelt sich der Großteil der Gruppe im Vereinsraum zu einem Abschiedstrunk. Bescheidene 16 qm mag er messen. Pokale, Poster berühmter und inzwischen teils berüchtigter Rennradfahrer an den Wänden, Kalender, die mehr als das Datum zeigen, Mannschaftsfotos, Bekanntmachungen. Dann plöppt aus gut gekühlter Flasche der erste Korken. "Vin d`Alsace, Pinot Blanc". Bald plöppt es noch ein zweites und ein drittes Mal. Es wirkt nun doch eher französisch hier. Obwohl ich nie Weißwein trinke, kann ein Wein kaum besser schmecken als in dieser Runde.

Sa / 21.07. / 4h 06min / 47,4Km / 678Hm / MTB
mit dabei: Eike (Sen.), Kasimir, Horst, Matthias, Manu, Pia

Mountainbiketreff St. Arnual / Saarbrücken
(Saarland  - Tag 1)
Eine sehr schöne Mountainbikerunde durch die saarländischen Wälder. Leider spielt das Wetter nicht so richtig mit. Eike leitet inzwischen die Samstagsrunde, die immer noch um 14:30 Uhr am Wellness-Center in St. Arnual startet. Abends Pizzaessen bei "per tutti".

So / 15.07. / 6h 46min / 50,0Km /
1298Hm / MTB
mit Manu (Miss Baggy) und Pia

Picknick mit Miss Baggy am Trubelsbach
Manus neuestes Tuning-Teil heißt Baggy-Shorts. In fast vergessen geglaubter Höchstleistung kurbelt man mit solch einer Baggy den Schauinsland hinauf, ohne dabei wesentlich zu ermüden.

Oben müssen wir einem Biker mit Kettenriss helfen. Gerne leihen wir ihm unser Tool, das eigentlich zur Grundausstattung gehört. Es sei die etwas fiese Bemerkung gestattet, dass es sich um einen Cannondale-Fahrer handelt (Damit dürfte für ausreichend Zündstoff beim nächsten Treff im Feierling-Biergarten gesorgt sein).

Vom Schauinsland geht unsere Route weiter Richtung Muggenbrunn ins Trubelsbachtal. Der Bach versorgt Muggenbrunn mit 250.000 Litern Wasser / Tag. Ich habe trotzdem mal kurz meine Füße hineingehalten, was sehr erfrischt.

Weitere Kurzgeschichten über herzstärkende Pflanzen, die verlockend an den steilsten Anstiegen wachsen, wir jedoch nicht gekostet haben, da eine Überdosis tötet ... über VW-Posträuber-Bullis, die die Straße versperren ... über Kai und Kathrin, die schon im Ganterbiergarten warten ... runden den erlebnisreichen Tag ab.

Sa / 14.07. / ca. 3h / ?Km / ?Hm / RR

Die Alte Spirzenstraße

Tachometer, Höhenmesser und der ganze übrige Schnickschnack sind nicht montiert. Daher oben die ungenauen Angaben. Mal so ganz ohne Elektrostress unterwegs zu sein, kann sehr entspannend sein ... bis es hinter Buchenbach in Wagensteig die Alte Spirzenstraße hinauf geht. Nach dem schweißtreibend-schmerzhaften Anstieg spendiert Kai am Thurner eine Cola. Danke! Weiter St. Märgen und St. Peter. Ich fahre über Stegen heim während Kai "noch mal eben auf den Kandel hoch" will.

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