Logbuch-Archiv 2007 - April bis Juni

horizontal rule

horizontal rule

[  sinn - bild - liches  ]  Es gibt viele Arten, Fahrrad zu fahren. Wir biken. Das heißt, wir fahren mit dem Mountainbike, im Wald, immer, gemeinsam. Zwischen den Zeilen entdeckt der suchende Leser eine eigene Philosophie. Dabei schauen wir besonders gerne nach links und rechts. So ist es auch sinnbildlich, dass die Logbuchbilder ab 2007 das breite 16:9-Format haben.

     

So / 24.06. / 7h 38min (5h 11min) / 74,9Km / 1250Hm / MTB
mit Kai, Opa Ebsi, Manu, pia

Kandel
Das Ärgernis: Nach 1000 Km entscheidet sich heute Morgen Manus Fox-Brain-Dämpfer, den Geist aufzugeben und signalisiert uns dieses, indem er beim Luftablassen Öl über die Luftkammer aus dem Ventil abgibt. Damit dürfte Manus Specialized Epic nun für 3-6 Wochen im Keller stehen. Sehr ärgerlich. Als Ersatz kramen wir unser 10 Jahre altes Barra von Rose heraus, welches noch immer in Originalausstattung zuverlässig seinen Dienst verrichtet.
Die Tour: Unteribental > St. Peter, dort erste Rast. Gestern schmerzten uns auf dem Feldberg noch die Finger vor Kälte, heute schwitzen wir beim Aufstieg auf den Kandel; Grillengezirpe in flimmernder Hitze. Die Abschnitte durch den dichten schattigen Wald sind erfrischend und geben neue Kraft. Den Rückweg nehmen wir über den Kandelhöhenweg bis wir irgendwann - es sei der Vollständigkeit halber nochmals erwähnt - im Ganterbiergarten landen.
Erfreulich ist noch zu berichten, dass Opa Ebsi zwischen Wohnwagen-, Schalmeien- und Narrenzunft-Terminen heute wieder einmal den Weg zu uns gefunden hat.

Sa / 23.06. / 5h 51min (5h 11min) /
84,1Km / 1700Hm / MTB /
mit Kai

Böse Männerrunde
Nach der "Schlappe" vom letzten Marathon-Wochenende steht ab sofort ein Mal pro Woche eine böse Männerrunde auf dem Programm. Heute sehen wir mehr Autos als Mountainbiker im Wald. Am Wiedener Eck schießen wir hinab. Da kommt uns eine rasante Bikerin entgegen geschossen, bergauf. Vermutlich eine der international erfolgreichen Racerinnen aus der freiburger Frauen-WG. Wir grüßen lässig. Kai meint, sie wird uns beide wohl für die Fumic-Brothers gehalten haben.

Freiburg > Schauinsland > Wiedener Eck > Muggenbrunn > Todtnauberg > Feldberg > Zastler > Rinken > Hinterwaldkopf > Oberried > Kirchzarten > Freiburg (Ganter-Biergarten)


So / 17.06. / 4h 54min / 77Km / 2000Hm / MTB

Norbert von nmbiking.de10. Black Forest ULTRA Bike Marathon 2007
Der Kirchzartener Bike-Marathon ist weiterhin einer der größten Mountainbike-Events überhaupt - mit allen Vor- und Nachteilen. Freitag wird anlässlich des 10jährigen Bestehens in der kirchzartener Fußgängerzone ein Steinmonument enthüllt. Damit setzt sich die Stadt, wie das heutzutage so üblich ist, selbst ein Denkmal. Jedoch nicht ganz zu Unrecht. Wird sie doch mehr und mehr zur Pilgerstätte einer immer größer werdenden Mountainbiker-Gemeinde. 80 Jahre alt sind einige Marathon-Teilnehmer und so schon Helden, bevor sie die ersten Meter zurückgelegt haben.
(Übrigens ist das nicht der langhaarige Typ oben rechts auf dem Bild. Der ist erst etwas über 30 ;-)

Samstag folgt die legendäre Nudelparty mit Abholung der Startunterlagen. Alle sind da: der komplette Martini-Clan aus dem Saarland, Tobi Hahn unser Nachtbiking-Urgestein und Klaus, der ja immer da ist, man muss ihn nur finden.

Sonntag, Renntag: Die Strecke ist im Wesentlichen die wohl bekannte. Die Regenfälle der letzten Tage haben den Boden weich und schwer gemacht. Dennoch läuft es am Anfang ganz vorzüglich, so dass sich der Autor dieser Zeilen dazu hinreißen lässt, den kompletten Hinterwaldkopf im sauren Bereich hinaufzukurbeln. Ein tolles Gefühl, so viele Konkurrenten schwitzend hinter sich zu lassen. Ha! Heute ist mein Tag! Steckt nicht in jedem von uns ein Kämpfer? Klaus !
 - Der geübte bikeXtra-Leser ahnt bereits, dass diese Zeilen hier so nicht stünden, käme es nicht noch zur bitteren Wende. -

Die Wende bahnt sich hinter dem Titisee an. Erste kleinere Muskelgruppen melden sich am rechten Oberschenkel. Im Bärental ein leichtes hartes Ziehen in der linken Wade. Trinken, trinken, trinken. Am Raimartihof dann schießt der Schmerz wie ein Blitz in den hinteren Oberschenkel. Nichts geht mehr. Notstop. Die Beuger des rechts Oberschenkels verkrampfen sich zu einem fürchterlich schmerzenden steinharten Brocken. Langsames Gegendehnen löst den Krampf nach 3 Minuten wieder. Das Schauspiel wiederholt sich auf den letzten 25 Km noch einige Male. Der schmerzhafteste Marathon mit einer der schlechtesten Zeiten. So sieht also die Quittung aus, wenn man zu Beginn eine Tobbi von nightbiken.deSauerstoffschuld eingeht, die man später nicht mehr begleichen kann. Aber das kann einem ja schon mal passieren. Wir betreiben den Sport ja schließlich erst seit gut 20 Jahren ...

Kai von KetteErwähnt werden muss noch Benjamin Martini (www.nmbiking.de), der auf der Marathonstrecke bei internationaler Konkurrenz einen sensationellen 13. Gesamtplatz erreicht - Platz 9 in seiner Altersklasse. Gratulation an ihn und alle die es geschafft haben!

 

So / 10.06. / 6h 57min (4h 26min) / 61,2Km / 1240Hm / MTB
mit dabei: Manu, Pia, Thomas

GEMein-sam
Nach unseren schönen Erlebnissen in 2005 und 2006 steht in diesem Jahr wieder der Unteribentaler Radlerhock auf dem Programm. Es hat sich einiges verändert. In der Eröffnungsrede wird noch einmal betont, dass es sich nicht um ein Rennen handele, sondern wir gemeinsam die schöne Landschaft genießen wollen. Und los geht`s. Alles kurbelt los, was das Zeug hält. Rote Köpfe vor Anstrengung. Ich selbst bekomme bald nur noch wenige Worte heraus. Der erste Anstieg. Und das mit Kinderanhänger. Hypotaxe. "Na? Wie lange macht der Kleine das denn noch mit?" "Pia!" bringe ich noch hervor. Der nächste Biker überholt mich: "Wie lange sollen wir denn gleich oben warten?"
Wir geben alles. Glücklicherweise haben wir uns nur in die kleine Runde (40 Km) eingereiht. Doch dann wird es unerwartet schwierig: In einer S-Kurve verlieren wir die Führungsgruppe aus den Augen und stehen plötzlich an einer Kreuzung. "Wir nehmen immer den Weg hoch," klingt es mir noch nach. Dummerweise führen hier jedoch alle Möglichkeiten bergauf. 1 Minute ... 2 Minuten ... ein Wanderer ruft uns zu. "Hier lang sind die anderen gefahren!" Auweia! Jetzt müssen wir uns aber doppelt anstrengen. Es folgen 2 weitere Kreuzungen. Niemand wartet. Wieder helfen uns Wanderer. Doch dann holt der Führungstrupp zum Endschlag aus: Kreuzungs-Slalom um St. Peter. Aus. Anschluss verpasst. Wir liegen mit unserem Gespann beim Aufstieg nach St. Peter 2 Minuten zurück, wie man uns oben nochmals bestätigt. Das sind bezogen auf die bis dahin zurückgelegte Strecke 0,26 Km/h zu langsam. Schade.

Entäuscht beschließen wir nun unsere eigene Runde zu fahren. St. Peter >> Sägendobel >> Kandelhöhenweg hinauf zum Kandel. Nachdem wir uns an der üblichen Stelle verfahren, gelangen wir zum Kandelhof und damit zur besten Schwarzwälder Kirschtorte der Welt. Pause.
Abfahrt über die "Fiese Wiese", vorbei an den Gummenhöfen und hinab ins schöne Glottertal. Wir passieren die fernseh-welt-berühmte Schwarzwaldklinik. Über Freiburg durchs Dreisamtal gelangen wir wieder zum Festzelt des Unteribentaler Radlerhocks. Dort gibt es allerlei Genüssliches zu vernünftigen Preisen. Die Gelder kommen der Jugendförderung zugute. Da isst man doch gerne. Für uns war es dann doch noch ein schöner Tag.

Tag 1: Fr  / 08.06. / 3h 17min / 24,7Km / 882Hm / MTB
Tag 2: Sa / 09.06. / 4h 59min / 52,8Km / 617Hm / MTB
Tag 3: So / 10.06. / Tourabbruch

mit dabei: Manu, Pia, Thomas, und später Kai von Kette, Adrian, Ralf

Eine Schwarzwalderfahrung (in 3-1=2 Tagen)
3 freie Tage, Sonnenschein, alles ist gut ... bis zur Abfahrt. Dann prüft das Schicksal, ob wir es auch ernst meinen mit unserem Vorhaben. Plötzlich verdunkelt sich der Himmel, Blitze schießen über die Berge, strömender Regen. Unser Zeitplan drängt. Als Blitz und Donner aufgehört haben, fahren wir los - in strömendem Regen. Mit voller Transalpausrüstung einschließlich Kinderanhänger wollen wir uns 3 Tage durch den Schwarzwald schlagen. Der Regen ist warm und kühlt die Haut angenehm in warmer Luft. Pünktlich zum schweißtreibenden Anstieg hinauf zum Stollenbacher Hof zeigt sich die Sonne und heizt uns kräftig ein. Wir nehmen erstmals den sehr schönen Angelsbachweg als Aufstieg. Oben auf der Stollenbacher Hütte wartet bereits der Pia-Fan-Club und Kai mit 2 Besuchern aus dem hohen Norden. Wir lassen es uns an diesem Abend richtig gut gehen. Hüttenstimmung.
Die Sonne weckt uns am nächsten Morgen aus den Matratzenlagern. Frühstück. Abfahrtsszenario: Bemerkenswert ist, dass 3 Jungs länger brauchen, bis sie abfahrtsbereit sind als eine Familie mit Baby. "Au, so`n Mist. Ich muss ja noch bezahlen." "Huch, ich habe ja vorne einen Platten. Wer hilft mir?" "Ohoh, schnell doch noch meine Regenjacke herauskramen. Ich glaube, ich habe gerade einen Wassertropfen abbekommen!"
Da war es wieder, unser kleines Dauerproblem: Regen. Und unser zweites noch größeres Problem: Blitz und Donner. Gerade als wir lange genug unterwegs sind, um nicht mehr umkehren zu können, setzt ein fürchterliches Unwetter ein. Hinauf zum Toten Mann (Dauerregen), Abfahrt ins Zastlertal (Hagelkörner peitschen auf unsere Helme), Aufstieg zum Rinken (strömender Regen wie aus Eimern), Rinken (kurz etwas Sonne), Raimartihof (wieder Regen). Eine Feldseerunde muss noch drangehängt werden. Potz Blitz! Gerade als wir in der Feldseemulde fahren bricht der schlimmste Teil des Gewitters über uns herein. Ein Donner folgt dem nächsten. Blitze schießen über uns hinweg. Zu allem Überfluss verliere ich gerade jetzt meine Brille im Uferschilf. Alle suchen. Keiner fühlt sich mehr wohl. "HABT IHR NOCH IMMER NICHT VERSTANDEN ?!" schreit uns das Schicksal entgegen und schießt einen Blitz direkt auf uns hernieder. Es ist Tag und doch wird plötzlich alles hell - gleißendes Licht.
So, das reicht jetzt endgültig. Die Tour ist vorbei. Schnell kurbeln wir die letzten Meter zum Raimartihof und suchen dort Schutz. Tag 3 ist gestrichen.

Mi / 06.06. / 2h 03min (1h 51min) / 23,5Km / 510Hm / Nachtbiken
mit dabei: Kai, Michael, Christoph, Thomas, Johannes

Mountainbiker-Gewerkschaft
Nach mehrmaligem Lesen der Nachtbiking-Gebrauchsanweisung entscheidet sich Johannes, doch lieber mit seiner LED-Citybike-Leuche loszufahren. Reicht nicht! Für ihn ist die Tour daher auf halbem Weg zu Ende - wegen einbrechender Dunkelheit. Wer hätte damit nur rechnen können, beim Nachtbiken? Die Route führt über einen Teil der auch als GPS-Track herunterladbaren Tour ("Dreisam-Nord-Süd", hier). Entscheidender Punkt dieser Tour ist, dass man sich nach ungefähr halber Strecke zwischen Streckereck und Attental plötzlich links bergabwärts 50 Meter durchs Dickicht schlagen muss. Der Pfad ist schon im Winter kaum zu erkennen. Jetzt ist er gänzlich zugewuchert. Nur mittels GPS ist hier ein sicheres Orientieren möglich. Nach besagten 50 Metern tut sich dann allerdings ein phantastischer Trail auf, der irgendwann zum Forstweg wird und hinab ins Attental führt. Leider sind in den letzten Wochen einige Bäume umgestürzt, die nun den Weg versperren. Als Kai, erklärter Bike-Nichtschieber, durch (!) den dritten Baum kriechen muss, droht er mit der Gründung einer Mountainbiker-Gewerkschaft, wenn so etwas nicht aufhöre. Die restliche Strecke war dann noch ein bisschen matschig aber gut fahrbar. Es gab jedenfalls keine weiteren Reklamationen ... und im Feierling-Biergarten ist dann sowieso wieder alles vergessen. Nur die zahlreichen Schürfwunden erinnern an die Tour, die eigentlich klasse war, getreu dem immer wiederkehrenden Motto:

Wir brechen auf zu einer Mountainbiketour,

und kehren heim von einer Expedition.

So / 17.05. / 3h (2½h) / 34km / 243Hm / MTB
mit dabei: die Lahmes

Karbon-Klaus
Bei einigen Bikern ist es eine Frage der Zeit, wann man ihnen einmal wieder begegnet. Bei Klaus ist es eine Frage des Ortes. Dass man ihn irgendwo auf dem Bike trifft, ist sicher. Wir treffen ihn mit seinem edlen Carbon-Bike an der Dreisam. Im Gegensatz zu unserem letzten Fotoshooting auf dem Schauinsland, hat Klaus heute seine feinen Sonntagssachen angezogen. Ein neues Posing-Foto darf da nicht fehlen.

Sa / 19.05. / 7h 37min (3h 48min) / 28,3Km / 1041Hm / MTB
mit dabei: die Lahmes und 3 hilfsbereite Schweizer

Lago Maggiore - Tag 2  (A. Ompio)
Als der freundliche Nachbar auf dem Campingplatz von seiner gestrigen Tour hinauf nach Ompio berichtet, die er abgebrochen hat, als er fragt, ob man solche Steigungen üblicherweise überhaupt noch mit dem Bike fahren kann, da steht fest: Unsere heutige Tour geht hinauf nach Ompio. Dass wir diese Tour zu Ende bringen werden ist reine Ehrensache und versteht sich auch eigentlich von selbst.

Nach den ersten Kilometern von Feriolo über Bieno geht es enorm steil bergauf. Bald beklatschen uns die Insassen vorbeifahrender Autos, alte Frauen am Gartenzaun rufen uns zu "Forza, Forza!" So etwas haben wir noch nicht erlebt. Nicht ohne Pausen erreichen wir irgendwann den Gipfel.
Bei unserer kurzen Rast lernen wir einen freundlichen Trupp schweizer Wanderer kennen. Wir wussten noch nicht, wie sehr wir ihre Hilfe noch brauchen würden. Auf dem Rückweg nehmen wir eine Transversale, die uns zu einer weiteren Bergsiedlung führen soll, damit wir nicht die gleiche Bergstraße wieder hinunterfahren müssen. Nach einer halben Stunde entpuppt sich der Weg jedoch mehr als alpiner Pfad. Immer wieder müssen wir unser Gefährt 20-30 Meter über Felsstufen hinab tragen. Als wir kaum noch vorwärts kommen, schickt uns der Himmel erneut die 3 freundlichen schweizer Wanderer. Sie packen kräftig zu und helfen uns, unsere Gefährte zu tragen. Nach ca. 1 Stunde ist der Pfad bewältigt. Als Dankeschön verspreche ich, die Schweiz demnächst für eine Ehrenmitgliedschaft in der EU vorzuschlagen.
Nun nehmen wir noch einen steilen Forstweg hinab ins Tal von Vercio nach Bracchio. Dabei tun sich immer wieder traumhafte Aussichten ins Valle d`Ossola auf. Wir umrunden noch zur Hälfte den Lago di Mergozzo und sind zurück im Basislager.

Erneut sind wir zu einer Mountainbike-Tour aufgebrochen
und kamen von einer Expedition zurück.

"Jaja," antworte ich unserem netten Nachbarn auf dem Campingplatz. "Es war schon steil. Aber solche Anstiege fahren wir auf unseren Touren des Öfteren." Er wird sich seinen Teil gedacht haben, als ich 5 Minuten später vor Erschöpfung am Strand des Lago Maggiore eingeschlafen bin.

Fr / 18.05. / 7h 05min (4h 29min) / 51,8Km / 1329Hm / MTB
mit dabei: die Lahmes

Lago Maggiore - Tag 1 (il Mottarone)
Wenige Kilometer hinter dem endlos langen St. Gotthard-Tunnel (17Km) lassen wir auch alle Wolken zurück. Plötzlich ist alles sehr südlich, fast mediterran: Palmen stehen nicht vereinzelt sondern gedeihen gut in jedem Garten, Smaragdeidechsen, Mittagstemperaturen nahe der 30 °C Marke, flimmernde Hitze, Grillengezirpe.

So immer steigend, kommt Ihr auf die Höhen
Des Gotthards, wo die Ewg'en Seen sind
Die von des Himmels Strömen selbst sich füllen
Dort nehmt Ihr Abschied von der deutschen Erde,
Und muntern Laufs führt Euch ein andrer Strom
Ins Land Italien hinab, Euch das gelobte -

Wilhelm Tell, in dem gleichnamigen Schauspiel von Friedrich Schiller (1804)

Zwischen Verbania und Baveno fahren wir mit unseren Bikes am Lago Maggiore entlang des Ufers. Weiter dann bis kurz vor Stresa, gegenüber der Isola Bella. Nun beginnt ein langer steiler Anstieg. Sehr lang. Someraro, Levo. Der Asphalt wird einspurig, zum Forstweg, bald nur noch ein steiler Schotterweg. Nach 2½ Stunden Anstieg sind wir endlich oben an der Gondelstation angelangt.
Irgendwie fühlen wir uns noch ganz schön fit. Junge, Junge, sind wir gut trainiert! Das hätten wir uns wirklich anstrengender vorgestellt. Wir sind schon auf der Suche nach einem geeigneten Rastplatz, als Manu plötzlich eine Seilbahn entdeckt, die von der Station aus weiter nach oben fährt. Oh ohh! Es war nur eine Mittelstation - in unserer groben Karte nicht erkennbar. Wir haben also längst noch nicht unser Ziel erreicht ... und schwingen uns abermals in den Sattel. Erst nach 2 weiteren mühseligen Stunden gelangen wir tatsächlich zum Gipfel des "il Mottarone".  1439 Meter über Normalnull zeigt unser Barometer an.
Belohnung. Auf einer Almwiese machen wir Rast. Unter uns ist die Luft so diesig, dass wir kaum den Lago Maggiore erkennen können. Über dieser Dunstschicht jedoch ist die Luft glasklar. Wir können endlos die hohen, noch mit Schnee bedeckten Alpengipfel erkennen. Sicherlich ein erster Höhepunkt dieses Mountainbikejahres. Wir brauchen eine ganze Zeit, um uns vom Anstieg zu erholen und zugleich von diesem Anblick lösen zu können. Weiteres Highlight: Steinadler beim Aufstieg gesichtet.

So / 13.05. / 6h 11min (4h 08min) / 62,8Km / 1103Hm / MTB
mit dabei: die Lahmes

Auftanken
Mirko überholt uns auf den ersten Kilometern entlang der Dreisam. Wir waren ihm wohl zu langsam. Bald ist er aus den Augen verschwunden. Der Marathon-Anstieg führt gewohnt heftig hinauf zum Hinterwaldkopf, wo wir Mathias mit einem Bekannten treffen. Am Feldsee ausgiebiges Picknick. Sehr erfrischend die Füße in den Bergsee zu halten. Auch sehr angenehm, wenn man sie hinterher wieder spürt.
Zwischen Raimartihof und Rinken kommen uns Sabine und Norbert mit einer ganzen Horde Bikern entgegen. Am Rinken angekommen sind sie auch schon wieder da. Wie geht das? Sind wir wirklich so langsam? Bei der Abfahrt treffen wir noch zweimal auf Nachtbiker Christoph - lange nicht mehr gesehen. Die übrigen 3000 Biker, die wir heute getroffen haben, kannten wir nur vom Sehen.

Heute waren wirklich alle unterwegs.

Schneereste im heißen MaiDi / 01.05. / 8h 32min (4h 58min) / 62,3Km / 1469Hm / MTB
mit dabei: Kai, Pia, Manu, Thomas

Tanz in den Mai
Große dunkle Gesichtssonnenbrille (Klinsmann?), dunkle Haare (Ballack?), stilles und bescheidenes Auftreten (Kahn ??) ... Wären wir fast nicht drauf gekommen, dass da ganz unauffällig verkleidet unser Bundestrainer "Jogi" Löw mit uns den Schauinsland hinaufradelt. "Ah, Kindchen schläft schon," meint er mit Blick auf unseren Kinderanhänger. Eine Zeit lang fährt er hinter uns her. Dann beschleunigt er dezent und ist bei St. Valentin unseren Blicken entschwunden. Nur Kai setzt zur Aufholjagd an, um sich noch einmal zu vergewissern, ob ER es auch wirklich war? Wir einigen uns später: ER war es!
Auf dem Schauinsland explodiert unser Rucksack zu einem großen Picknick-Gelage. Eine Stunde Rast in der Sonne. Wir beschließen, unsere Tour nicht wie geplant hier enden zu lassen, sondern fahren noch ein ganzes Stückchen weiter: Notschrei, Stübenwasen, Feldberg, Wilhelmer und Zastler Hütte, Alpintrail zum Stollenbach, dann Abfahrt ins Zastlertal. Über Oberried geht`s dann gleich in den Ganterbiergarten, den wir erst spät bei Dunkelheit verlassen ... Einmal mehr ein perfekter Tag!

So / 22.04. / 5h 03min (3h 11min) / 47,5km / 826Hm / MTB
mit dabei: Matthias, Astride, Pia, Manu, Thomas

Kandelhöhenweg, die Zweite
Erneut sommerliche Temperaturen, erneut fahren wir die Route vom Rosskopf nach St. Peter. Unsere saarländischen Freunde kennen diesen Teil des Schwarzwalds noch nicht so gut. Der Trail "Kandelhöhenweg" gilt immerhin als einer der schönsten in Deutschland.
Bevor wir uns nur noch ca. 20 Km herabrollen lassen müssen, machen wir ein üppiges Picknick auf dem Horn, einem kleinen Gipfel vor St. Peter mit besonders schöner Aussicht. Die Sonne hat hier mittags schon eine solche Kraft, dass wir Sonnencreme mit LSF20 auftragen. Die Rückfahrt über den Lindenberg ist flüssig. Der Schwarzwald zeigt sich von seiner schönsten Seite. Wir rasen vorbei an rauschenden Wildbächen, die sich durch die saftig grünen Wiesen schlängeln. Grillen zirpen in der heißen Mittagssonne. Ein Mountainbike-Tag wie aus dem Bilderbuch.

So / 15.04. / 5h 48min (3h 16min) / 48,3km / 829Hm / MTB
mit dabei: Kai, Michael, Andrea, Pia, Manu, Thomas

Stau auf dem Kandelhöhenweg
Sonntagstreff, alle erscheinen in kurzen Ärmeln. Und das Mitte April! Auf dem Kandelhöhenweg Richtung St. Peter herrscht Hochbetrieb. Ganze Scharen von Bikern, Reitern und Wanderern machen sich gegenseitig mehr oder weniger bereitwillig Platz. Ein sicherer Hingucker ist und bleibt unser Singletrailer. Staunend oder auch kopfschüttelnd betrachten die Wandersleute, wie das Rad über Geröll und Wurzeln hoppelt, während die gefederte Kabine schwerelos dahinzugleiten scheint. Die einzig wahre Lösung!
Am Campingplatz Steingrubenhof machen wir ausgiebig Pause. Wir beschließen an diesem reizvollen Fleckchen demnächst ein Camping-Wochende einzurichten ... mit Bikes, versteht sich. Michael, Andrea und Kai fahren noch weiter, die Lahmes über Unteribental zurück. Abends Treffen im Ganterbiergarten :-)

Mo / 09.04. / 5h 00min (2h 51min) / 37,4km / 818Hm / MTB
mit dabei: Die Lahmes

Picknick auf der Rappenecker Wiese - Ostermontag
Das Wetter ist noch ein bisschen besser als gestern. Leider haben wir heute den Fotoapparat vergessen. Wir vergessen immer irgendetwas. Die Tour: Anstieg zum Rappeneck über Oberried. Sehr lange Pause auf der Rappenecker Wiese in der Sonne. Dabei Picknick mit der üblichen erweiterten Grundausstattung. Abfahrt über Sternwald in die Wiehre. Belohnungseis bei Mariotti - Das beste Eis in Freiburg.

So / 08.04. / 5h 13min (3h 34min) / 50,7km / 850Hm / MTB
mit dabei: Die Lahmes

Frühling - Ostersonntag
Auf den Gipfeln taut der Schnee. Das Schmelzwasser rauscht laut und erfrischend in das von der Frühlingssonne erwärmte Tal. Dort strampeln und schwitzen wir entlang der Dreisam. Dann über Dietenbach nach Oberried. Hinter Dietenbach greift mich ein kleiner "Dertutnichtsderwillnurspielen" an. Ich bin dieses Mal schneller. Er wird`s wohl nicht vergessen.
Wir nähern uns dem anstrengenden Teil der Runde: Das Zastlertal zieht sich zu und hoch. Am Beginn des eigentlichen Anstiegs zum Rinken haben wir schon 500 Höhenmeter in den Beinen. Dann geht es lang hinauf zum Hinterwaldkopf. Immer wieder gibt der Wald den Blick frei auf den noch weißen Gipfel des Feldbergs.
Oberhalb 1000 Meter fahren wir an schattigen Stellen schwitzend durch übrig gebliebene Schneefelder - sehr erquicklich. Es folgt ein ausgiebiges Picknick am Hinterwaldkopfsattel. Da liegen Ostereier herum, Schokohasen werden geschlachtet, Tee und geschmierte Butterbrote sind sowieso dabei.
Auf der Hinterwaldkopfwiese sehen wir ein rotes Wollknäuel sitzen. Wollknäuel mäht die Wiese mit den eigenen Händen. Halm für Halm wird herausgerissen, genauestens begutachtet und anschließend fortgelegt ... Welch ein Abenteuer!
Wir sind dann irgendwann über Falkensteig und Kirchzarten nach Hause gefahren.
 
    

So / 01.04. / 42,195 km bzw. 21,095Km / (Halb-) MARATHON - Laufen
mit dabei: Kai (Marathon), Manu (Halbmarathon), Thomas & Pia (Fan-Club)

"Wetten, dass ..." und Freiburg-Marathon 2007
Tags zuvor (31.03.) winkten bei "Wetten, dass ..." noch Hunderte mit ihren WC-Türen auf dem Freiburger Münsterplatz. Wette gewonnen! Und schon rüstet sich sich die Stadt für das nächste Mega-Event.

Über 11000 Läufer sprengen die eigene Grenze auf ihrer Marathon-Distanz. Darunter Manu (Halbmarathon, 21 Km), die auf den letzten 2 Km mehr kriechen muss als laufen kann. Den Zieleinlauf meistert sie schließlich doch noch joggend. Und Kai (Marathon, 42 Km), unsere westfälische Geheimwaffe, mit ungeahnter Bestzeit. Dass man ihn später im Ziel sitzend vorsichtig fragt, ob man nicht besser den Notarzt rufen solle, wollen wir hier nicht weiter erläutern. Beide geschafft - beider super !!

horizontal rule

[ aktuelles  Logbuch ] << zurück >> [ Jahresrückblick 2007 ]