Logbuch-Archiv 2006 - Juli bis September

 
Wie es sich für ein richtiges Logbuch gehört, werden an dieser Stelle Reiseziele, navigatorische Erkenntnisse und besondere Vorkommnisse während einer Biketour eingetragen. Alle wichtigen Begebenheiten werden festgehalten. Entsprechend den Möglichkeiten eines Weblogbuchs (=Weblog oder Blog) stehen neue Einträge an oberster Stelle, ältere folgen in umgekehrt chronologischer Reihenfolge.
  

Hochschwarzwald-Cross in 3 Tagen

132,2Km
2506Hm
FZ 11h 12min
mit dabei: Die 3 Lahmes
 

Wir hatten eine phantastische Zeit mit viel Sonne und Ruhe. Unsere Planung ging schon fast verdächtig gut auf. Doch es gab keine Zwischenfälle und keine Pannen. Dafür eine Menge netter Kontakte und große Eindrücke in dieser so ausgewogen harmonischen Schönheit des Schwarzwalds. Der Hoch-Schwarzwald hat unserer Karawane an jedem der 3 Tage einiges abverlangt. Doch losgelöst von den Abläufen des Alltags, beschränkt auf das Nötigste und mit freien Sinnen hält die Natur etwas für dich bereit, das anders nur schwerlich zu finden ist. Lebensechtheit?

zu den GPS-Daten der Tour
Wir halten diese Art und Wege für wert, weitergegeben zu werden. Sie stellen zugleich eine gute Geschwindigkeit dar, der Welt zu begegnen. Nach solch einer Tour bleibt die Frage nicht selten unbeantwortet, was man denn nun vermisst hat.

Ein "KLICK" auf`s GPS-Gerät liefert die Daten unserer 3 Tagesetappen, die im Folgenden noch kurz erläutert werden:

Tag 1 / 23,3Km / 935Hm (Hochschwarzwald-Cross)
Freiburg >> Schauinsland (Zähringerhof)
Freitagnachmittag, nach abgeschlossener Arbeitswoche, mit den Siebensachen auf den Schauinsland. Ohne gute Planung geht das nicht. Aber es geht. Und es geht mächtig steil bergauf. Die Gewichtsverteilung muss noch optimiert werden. Das Grillengezirpe kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Herbst längst um die Ecke guckt. Zähringerhof in märchenhafter Lage. Gehobene Küche. Unser Tipp!

Tag 2 / 47,2Km / 873Hm (Hochschwarzwald-Cross)
Schauinsland >> Schluchsee
Panoramen, immer wieder hinter der nächsten Biegung: Muggenbrunn, Todtnauberg, Seebuck. Und endlich dringen wir in Gefilde vor, die unsere üblichen Tagesetappen nicht erreichen: Menzenschwand und Schluchsee.
Eine von vielen malerischen Bauernhäusern am Schluchsee, die heute als Gasthäuser genutzt werden, dient auch uns als komfortable Herberge.

Tag 3 / 61,7Km / 698Hm (Hochschwarzwald-Cross)
Schluchsee >> Freiburg
Heimweg: Fischbach, Windgfällweiher, Altglashütten, Bärental, Titisee. Ausgiebige Pause in der Thoma Skihütte. Der letzte Anstieg zum Wieswaldkopf, ein echter ... und was haben die da immer in diesem Anhänger drin ?Kniebrecher, fordert die letzten Kräfte. Rinken, Hinterwaldkopf, Kirchzarten, Zarten.
... und was haben die da immer in diesem Anhänger drin ?

Sa./16.09./77Km/1680Hm
TZ 8h 46min
FZ 5h 20min

mit dabei: Die 3 Unerbittlichen
Das Gepäck ist schon am Abend zuvor bereit, so dass unsere etwas erweiterte Aktion früh am Morgen beginnen kann. Das Wetter ist wenig einladend, bewölkt, kühl. Da wir gröberen Schotter meiden, kommen wir auf neuen Wegen in Günterstal erstmals am Kloster St. Lioba vorbei. Dort gibt es einen kleinen Klostershop, in dem es alles gibt, was man früher oder später in seinem geistlichen Leben einmal benötigt. Wir meinen: Ein Besuch lohnt sich.
Nun müssen wir eingestehen, dass obige Kilo- und Höhenmeterangaben geschönt sind: Wir nehmen von Horben die Schauinslandseilbahn, die uns 4Km und ca. 750Hm erspart. Kosten: Erwachsene Einweg 7,50€, Mitnahme des Fahrrads jeweils 3,50€, Kind und Kinderwagen fahren umsonst - das ist sehr familienfreundlich.

Jenseits von ca. 1100 Höhenmetern erreichen wir die Wolkengrenze. So tauchen wir auf unserem Weg in Richtung Muggenbrunn immer wieder aus den Wolken auf, hinein in wärmendes Sonnenlicht, um bald darauf erneut vom weißen Schleier eingehüllt zu werden. Da die Routenfindung problemlos ist - GPS macht`s möglich -, können wir dieses beeindruckende Schauspiel ganz auf uns wirken lassen. Später, als wir in der Region Feldberg sind, verschwinden die Wolken dann fast gänzlich.
gesetzlich geschützt: die Silberdistel
Wir entdecken heute eine Vielzahl an Silberdisteln. Das in ihnen enthaltene ätherische Öl wirkt antibakteriell. Früher wurden von Almhirten die Blüten gegessen, daher auch Jägerbrot genannt. Heute haben wir Antibiotika und Butterbrot. Das ist gut so, denn in Deutschland kommt die Silberdistel fast gar nicht mehr vor. Sie ist gesetzlich geschützt, da sie zu den gefährdeten Arten gehört.

... Abstecher zum Feldsee ... sonnige Pause am Raimartihof ... man kann nicht alles erzählen. Am besten, Du machst jetzt den Computer aus und ziehst selbst einmal los !

Ein Männlein steht im Walde

So / 10.09. / 3h / 27,3Km / MTB
mit dabei: Die 3 Lahmes
Schon nach wenigen Metern versperrt uns ein umgekippter Baum den Weg. Genau genommen sind es sogar gleich 3 riesige Bäume, die hier wohl beim letzten Unwetter entwurzelt wurden. Gut, dass wir jetzt erst hierher fahren.
Die kleine Sonntagsrunde führt über St. Ottilien zur St. Wendelin-Kapelle, wo wir unsere Brötchen vertilgen. Zusammen mit Familie T., die wir hier kennen lernen, machen wir ein gegenseitiges Fotoshooting, damit alle mit d`rauf sind, auf dem Bild. Nach flotter Abfahrt gibt es noch eine kleine Runde durchs Tal, bis wir entlang der Dreisam zurück nach Freiburg fahren.

Die Zeit gut genutzt: gemeinsam in der Natur mit der ganzen Familie (Fam. Peter T. an der St. Wendelin-Kapelle)

Tagpfauenauge, Peacock Butterfly, Nymphalis io (L., 1758), (Inachis io)

Nachtschwärmer (Windenschwärmer / Convolvulus Hawk-moth / Agrius convolvuli (L., 1758))

Windenschwärmer / Convolvulus Hawk-moth / Agrius convolvuli (L., 1758)

Mi / 23.08. / 2h / 19,5Km / 704Hm / MTB- Nachtbiken
mit dabei: Stefan, Michael, Artur, Harald
Wie schon in vergangenen Tagen beschäftigen sich nachtaktive Biker auch mit anderem nachtaktiven Getier.
Da saugt plötzlich im Schwirrflug vor einer Blüte stehend ein Tier mit 12 cm Spannweite über einen 9 cm langen Saugrüssel aus dem Blütenkelch Nektar heraus. Dann schwirrt der Flieger zur nächsten Blüte. Ein Kolibri? Bei Nacht? In Deutschland? Wohl kaum. Es ist ein großer und seltener Nachtfalter, der sog. Windenschwärmer (lat. Agrius convolvuli). Aus Nordafrika und dem Mittelmeerraum kommend überfliegt er von Mai bis Juni die Alpen (noch eine Gemeinsamkeit mit uns!) und wandert so nach Mitteleuropa ein. Die zweite Generation fliegt von August bis Oktober, hat jedoch aus klimatischen Gründen in Deutschland keine Überlebenschance. Welch eine Tragik nach solch einer Reise. Zum Trost: einige fliegen zurück.
Diese und andere interessante Infos gibt`s bei dem engagierten Walter Schön auf schmetterlinge-raupen.de und bei Wikipedia.

Windenschwärmer / Convolvulus Hawk-moth / Agrius convolvuli (L., 1758)
Windenschwärmer / Convolvulus Hawk-moth / Agrius convolvuli (L., 1758) Windenschwärmer / Convolvulus Hawk-moth / Agrius convolvuli (L., 1758)

Unsere heutige Tour führt zum Kybfelsen über ungewohnte Pfade. Da alle Mitradler bei bester Kondition sind, wird es eine flotte Runde. Auf dem Kybfelsen genießt man wieder eine tolle Aussicht, zusammen mit ein paar Studenten, die hier heute am Lagerfeuer nächtigen wollen.

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Und noch ein Nachtrag zur Story "Erdwespenangriff auf Artur":
Genauere Zählungen ergaben eine Gesamtsumme von 41 Stichen.
(Heute ging es dem Armen aber schon wieder besser)

... mal auftanken ...

So / 20.08. / 2h 36min / 42,0Km / 1000Hm / MTB
mit dabei: Artur
Wir fahren die Tour vom 12.08. via Schauinsland, Rappeneck und Studentenweg. Dass wir am Ende exakt 1000 Höhenmeter bewältigt haben, ist nur eine der Sonderbarkeiten dieser Runde. Auf einem entlegenen Pfad hinter der Reichweinhütte muss ich wohl ein Nest Erdwespen gestört haben. Prompt folgt ein Angriff auf den mir folgenden Artur. Hochaggressiv verfolgen sie ihn, stechen gnadenlos durch die Kleidung und spritzen ihr schmerzendes Gift unter die Haut. Wohl an die 20 Stiche zieren bald darauf Arturs Beine. Der Schmerz hält ewig lange an. Dann wird unsere Tour noch mit einem besonderen Erlebnis belohnt: Kurz vor dem Schauinslandgipfel steht hinter einer Biegung plötzlich eine Gämse. Wir wissen zwar, dass diese Tiere hier vereinzelt anzutreffen sind. Aber niemand von uns hat je eine Gämse im Schwarzwald gesehen. Im Nu ist sie mit kräftigen Sätzen einen felsigen Steilhang hinunter verschwunden. Was für eine Tour!

Sa / 12.08. / 37,9Km / 1017Hm / 2h 46min / MTB
Zwischen einigen schier endlosen Regenfällen kurbele ich schnell durch ein paar Sonnenstrahlen hindurch und verschwinde im Wald. Was die sengende Julisonne verbrannt hat, ist nach 2wöchigem Augustregen nun wieder in sattem Grün erwacht. Kurz vor dem Rappeneck geht es vom Prangenkopfweg aus rechts 100m steil bergauf entlang dem Reichenbach. Es wird anspruchsvoll. Bächle durchqueren, steile Felsformationen erklimmen, schmale und teils zugewucherte Trails mit schrägstehenden glitschigen Wurzeln meistern. Auf dem Schauinslandgipfel beginnt es zu schütten, es wird eisig kalt und die gesamte GoreTex-Kampfausrüstung kommt zum Einsatz. Der untere Rappeneckweg mündet in einen nie enden wollenden Singletrail, gespickt mit allem, was Bikers Herz lachen lässt.
Später, im warmen Freiburg, zeigt sich wie gerufen ein Regenbogen, als gerade Läufer des World Harmony Run ihre Fackel auf dem Karlssteg übergeben. Auf deren Homepage ist zu lesen:
"Der World Harmony Run ist ein weltweiter Fackellauf, der das Ziel hat, Freundschaft, Toleranz und das harmonische Zusammenleben der Menschen zu fördern ..."
Zuhause, bei Gedanken über den Sinn einer solchen Veranstaltung, höre ich einen Radiokommentator die Frage aufwerfen, wie mit Blick auf die Zukunft eine Radikalisierung Jugendlicher verhindert werden könne, wenn der Westen Decken in den Libanon liefert und zugleich Waffen nach Israel?
Vielleicht doch gar nicht so schlecht, wenn ein paar engagierte Leute klar Farbe bekennen, oder?

zur Homepage von World Harmony Run (www.worldharmonyrun.org)

So / 06.08. / 23,2Km / 2h / MTB / mit Artur ohne "h"
"Sonntagmorgen, 9 Uhr am Schwabentor, auch bei Regen." Ich schleppe mich in düsterem Dauerregen zu besagtem Tor. Ein Mann ein Wort! Artur steht schon bereit. Neopren-Schuhüberzieher, GoreTex-Hose, GoreTex-Jacke, alles trieft. Wir hätten in dieser Montur auch gut zum Tauchen gehen können ... doch nach 2 Stunden einsamen Bikens im nass-nebligen Wald sind wir uns einig, wir hätten etwas verpasst, wären wir nicht losgefahren.

Sa / 05.08. / 14,8Km / 0h 49min / MTB / mit dabei: allein
Dieses ist eine der Touren, die ich dem regelmäßigen Leser in der Regel verschweige, um ihn nicht unnötig dem Zweifeln auszusetzen, ob er es nicht doch mit einem Verirrten zu tun hat und die Lektüre besser einstellen solle. Mitwisser solch einsamer Regentouren am Abend sind allenfalls ein paar Regen- oder auch mal Weinbergschnecken.
Doch wer oder was ist oder hat da nur geöffnet ? (s. Bild)

Mi / 02.08. / 23Km / 2,5h / MTB-Nachtbiken
mit dabei: Alex
Die Tage werden schon deutlich kürzer. Ohne Beleuchtung kann man die mitt-wöchentliche Bergfahrrad-Tour nicht mehr absolvieren. So ist die Idee des Nachtbikens ja auch entstanden (Alle Infos findest du hier). Unsere Runde: Wildtal, Rosskopf, Streckereck, Kandelhöhenweg, Alex führt über die ruppige Flaunser-Abfahrt, die im Attental mündet. Dort gibts das belohnende Abschluss-Bier.

So / 30.07. / 65,5Km / 870Hm / FZ:3,5h (TZ:6h) / RR
mit dabei: Manu, Pia + Lahmi
Der Schwarzwald hat uns wieder. Das ist gut so. Denn die Alpen sind zwar das Größte zum Biken, der Schwarzwald jedoch das Beste. So fahren wir heute die Panoramatour über St. Peter, St. Märgen, dann via Thurner, der Alten (!) Spirzenstraße und Buchenbach ins schöne Attental zu den Bayern auf ein Bierchen. Die kommen auch gerade von einer Runde zurück. Trifft sich ja bestens!

Mountainbiken in RIVA del GARDA 2006

So / 23.07. / 64,9Km / 697Hm
Fahrzeit: 3h 56min
Tourzeit: 6h 27min
mit dabei: Manu, Pia, Lahmi, Claudia & Dirk
 

Die letzte Tour fahren wir mit den Mountainbike-begeisterten Nordschwarzwäldern Claudia und Dirk (Offenburg). Auch für sie ist es die letzte Tour dieser Reise. Die zuerst geplante kleine Runde über Asphalt verlängern wir immer wieder um ein weiteres Stückchen, bis wir dann doch noch eine größere Schleife fahren, zunächst über Arco, dann entlang der 3 Seen Lago di Cavedine, Toblino und Massenza.
Den Rückweg findet unser Garmin Vista Cx über zum Teil abgelegene Sträßchen durch das hoch gelegene Dorf Cavedine. Nun noch über den Passo Lorenzo (575 m) und nach heftigem Endspurt von Arco nach Torbole kehren wir standesgemäß noch einmal zum "après Bike" ein in Mecki`s FUCKING  PERFECT  BIKE-Bar. (weitere Gardasee-Bilder findest du: hier )

Sa / 22.07.
Zieletappe der BIKE-Transalp-Challenge 2006 in Limone
Ach ja, wir haben ja Urlaub. Da muss man auch mal einen Tag ohne Biken einlegen. Das ist zur Erholung sehr wichtig.
Glücklicherweise ist heute die Zieletappe der BIKE-Transalp-Challenge im benachbarten Limone sul Garda, eines der härtesten Mountainbikerennen der Welt. Hier werden die Alpen in mehreren Tages-Etappen überquert, von Nord nach Süd. Jede Etappe gleicht einem verschärften, alpinen Marathon. Es wird nur in 2er-Teams gefahren. Gewertet wird nur die gemeinsame Ankunft.
Da ist es Zeit für große Gefühle. Monatelange Vorbereitung, der gemeinsame Ritt durch die Hölle, die letzte Etappe zum Lago, und dann das Ziel. Solch ein Strahlen, solche Freundschaft, solcher Sportsgeist, ... Gänsehaut-Feeling ist hier garantiert. Glückstränen vermengen sich beim erlösenden Bad im Lago ... nach 8 Tagen, 600 Km und 20000 Höhenmetern - gemeinsam. Chapeau!

Fr / 21.07. / 75,8Km  (58,4Km) / 2300Hm (600Hm)
Fahrzeit: 4h 20min
Tourzeit: 9h 58min
mit dabei: Manu, Pia + Lahmi
 

Zu Wasser, zu Land und in der Luft. Heute begleitet unseren Weg eine etwas komplexere Logistik: Bereits um 8:15 Uhr stehen wir artig mit einem Ticket in der Hand am Steg in Riva: Fahrtziel ist Malcesine via Limone sul Garda. In der morgendlichen Sonne schippern wir gemütlich über den Gardasee. Als auf der letzten Seemeile stärkerer Seegang aufkommt, sind wir froh, bald festen Boden unter den Füßen zu haben.
In Malcesine angekommen, machen wir dann etwas Unübliches: Wir radeln den Berg nicht hinauf, sondern nehmen die Seilbahn. Gleich 1700 Höhenmeter ermogeln wir uns so und stehen bald auf dem Monte Baldo (Gott sei Dank kennt uns hier ja niemand).
Nach 2 Km Schotterweg gelangen wir auf eine Asphaltstraße, die uns zum Monte Altissimo führt. Gleich beim ersten Anstieg erliege ich dem gefürchteten Hungerast - wohl Nachwehen der gestrigen Tremalzo-Runde. Immer wieder müssen wir kleine Anstiege mit dem Bike bewältigen, bis es nach rasender Abfahrt ins Tal nach Mori geht.
Damit wir uns das Ankunfts-Radler bei Mecki auch wirklich verdient haben, hängen wir noch schnell einen Anstieg auf den Monte Brione dran. Empfehlenswerte, leichte Tour mit hohem Erlebniswert.

Do / 20.07. / 67,8Km / 2197Hm
Fahrzeit: 6h 13min
Tourzeit: 8h 26min
mit dabei: allein
 

Endlich steht heute die legendäre Tremalzo-Runde auf dem Programm. Es ist sicherlich eine der eindrucksvollsten Touren am Gardasee. Zwar hat die Route Marathon-Charakter, aber man wird mit wirklich großartigen Aussichten und Trails vom Feinsten belohnt.

Die Streckenführung erfolgt mittels GPS - der wahren Innovation im Radsport. Innovationen verändern unser Sportlerleben, was man bei der neuen Carbon-Euphorie überhaupt nicht feststellen kann - auch, wenn es der Industrie allzu recht wäre. GPS jedoch ermöglicht in völlig neue Dimensionen vorzudringen. Dank genauer, satellitengestützer Positionsbestimmung ermöglicht das GPS-System in fremden Gefilden zu biken, als lebe man seit Jahrzehnten in dieser Region. Christian Schröder hat die GPS-Daten für meine Runde bei gps-tour.info kostenlos zur Verfügung gestellt. Selbst versteckte Singletrails, auf denen ich stundenlang keine Menschenseele antreffe, kann ich mit diesen Daten problemlos aufspüren. Ein purer Genuss!

Sporadisch sei erwähnt
- ..., dass ich bei fast 40°C und 1800 Hm am Stück trotz großen Wasservorrats fast verdurstet wäre, bis ich an eine alpine Versorgungshütte komme, in der ich mir nach Belieben Wasserflaschen mitnehmen kann. Den Preis darf der Reisende selbst festlegen. Was hättest Du, lieber Leser, in dieser Situation für 3 Liter Wasser bezahlt?
- ..., dass ich immer wieder an Schildern der BIKE-Transalp-Challenge 2006 vorbeikomme, die in 2 Tagen auf ihrer Zieletappe nach Limone vom Tremalzo-Pass herab führen wird (s. Bericht vom 22.07.).
- ..., dass die berühmte Auffahrt vom Passo Nota zum Tremalzo kräftezehrend über weichen Schotter, steil und über unzählige Kehren hinaufführt auf 1863 m.
- ..., dass ich bei der Abfahrt wieder dem Lago di Ledro begegne - ein Wiedersehen, dass Erinnerungen an das letzte Jahr wach werden lässt.
- ..., dass es diese Runde bezüglich Anspruch und Panorama mit den besten Alpenetappen aufnehmen kann.

Mi / 19.07. / 12,2Km / 464Hm / 1h 20min
Zwischen Riva und Torbole liegt gleichsam einer abgekippten Eisscholle der Monte Brione. Man kann in Ufernähe durch ihn hindurch fahren, man kann direkt am Ufer über dem Wasser an ihm vorbei fahren, oder man kann im Rahmen einer kleinen Abendrunde mal kurz auf ihn hinauffahren. An den Höhenmetern ist zu erkennen, dass der Monte Brione (374 m) so klein gar nicht ist.
Auf ihm leben Smaragdeidechsen, seltene Schmetterlinge, und auch Adler werden regelmäßig gesehen. Daher ist dieser Berg mittlerweile Naturschutzgebiet und die meisten Trails sind gesperrt.
Bei der Auffahrt durch die auf der schrägen Westseite gelegenen Olivenhaine weht kein Lüftchen. Es dürfte hier an die 40°C heiß sein. Oben ändert sich das. Eine frische Brise kühlt den strapazierten Biker. Ich besichtige alte Höhlen und Bunker auf dem Gipfel. Auf der Ostseite fällt der Riesenfels senkrecht ab und gibt spektakuläre Ausblicke auf die Bucht von Torbole frei.
Oben treffe ich auch Ingolf von bikerite.de mit seiner multilingualen 3jährigen Tochter, die - pfiffig, wie Kinder so sind - je nach Situation nicht immer alles versteht. Wir machen gegenseitig Gipfelfotos, reden noch über Töchter und Biketouren am Gardasee und verabschieden uns schließlich, als wir uns auf die Abfahrt zum Lago begeben.

Im Übrigen ist zu berichten, dass diese Tour die erste GPS-navigierte Tour am Lago war, die aus dem Internet gedownloadet wurde (www.gps-tour.info). Ein Erfolg. Morgen, bei der großen Tremalzo-Runde, soll dann der erste ernsthafte Navi-Einsatz im großen Stil stattfinden ...

Segelfalter / Scarce Swallowtail / Iphiclides podalirius (L., 1758) Segelfalter / Scarce Swallowtail / Iphiclides podalirius (L., 1758)

Di / 18.07. / 72,0Km / 976Hm
Fahrzeit: 4h 39min
Tourzeit: 7h 01min
mit dabei: Manu, Pia + Lahmi
 

Eine reine Asphalt-Tour: Riva > Arco > Lago di Cavedine > Lago di Toblino > Passo della Morte > Ponte Arche > Passo Ballino > Lago di Tenno > Riva.

Teil 1: Wir folgen dem flachen und bestens ausgebauten Radweg über Arco nach Dro. Schon hier genießen wir die Aussicht im Tal der Sarca. Es folgen 2 größere Seen.

Teil 2: Hinter dem Örtchen Sarche führen steile Serpentinen hinauf zum Passo della Morte. Die Straße ist stark befahren und wir ahnen, welch aktuelle Bedeutung die Bezeichnung auch heute noch hat: Der eine nennt die Fahrweise der Italiener temperamentvoll, der andere nennt es leichtsinnig und gefährlich. Eine Durchfahrung zweier ca. 1 Km langer Tunnels scheint uns zu gefährlich. Wir entdecken die alte Passstraße. Sie ist von der Natur zum weitaus größten Teil zurückerobert worden, zugewuchert, verwildert. An brüchigem Steingeländer schauen wir Schwindel erregend 500 m hinab in die Tiefe. Doch durch diesen verfallenen Weg finden wir die Möglichkeit, die Tunnels zu umgehen.

Teil 3: Hinter Ponte Arche müssen wir noch den Passo Ballino erklimmen. Es folgt die Belohnung: In schneller Fahrt stürzen wir ins Tal, vorbei am türkisfarbenen Lago di Tenno, später dann mit immer wieder fantastischen Aussichten über die Bucht von Riva.

Der Pflichtabschluss unserer Tagestour ist eine Einkehr in die Kultbar Mecki`s bike & coffee (registrierte Handelsmarke: FUCKING  PERFECT  BIKE), wo das Bier aus einer Federgabel fließt und der Zapfhahn ein alter durchgesessener Fahrradsattel ist ...

Mo / 17.07. / 18,8Km / 380Hm / ca. 2h
Tour: alte Ponalestraße hinauf nach Pregasina

Wenn du morgens aus dem Zelt schaust, rings um dich Mountainbikes, rechts hängen gewaschene Trikots, links kommt der Nachbar gerade mit Bike vom coop-Laden (in den 3 Trikottaschen 6 WC-Papierrollen) ... dann weißt du, du bist unter deinesgleichen, hier in Riva.
Am Brunnen in Pregasina 2 Biker über die Tremalzo-Runde interviewt (siehe Bericht vom 20.07.).

So / 16.07. / Alpenüberquerung 2006
Ganz im Gegensatz zur Alpenüberquerung des letzten Jahres, sind wir dieses Jahr recht flott; s. Foto. Und so wartet am ersten Abend auch bereits die erste Belohnung.

So / 09.07. / 71,5Km / 530Hm / RR
FZ: 3h 23min / TZ: 6h 18min
mit dabei: Manu, Pia, Lahmi, Mirko & Stefan
Im ersten Teil der heutigen Etappe fahren wir südlich vorbei am Kaiserstuhl, hin zur französischen Grenze bei Breisach. Dort gibt es eine kühle, erfrischende Stärkung am Rheinufer, ein Erdinger Weißbier: alkoholfrei, isotonisch, vitaminreich, kalorienarm. Was will man mehr?
 
Auf dem Rückweg in Breisach: "Ey, Du da! Nicht nur Eis essen, auch mal ein paar Kilometer fahren!" Erschrocken blicken sich Mirko & Stefan um. Tja ja, erwischt! Nach kurzem Smalltalk vergrößert sich das Team um diese beiden alten Mitstreiter - wir freuen uns, die zwei mal wieder bei uns zu haben.
 
Alle sind heute etwas ge-handicap-ed: Mirko und Stefan bauen noch Restalkohol ab, Manu nach langer Auszeit und großem Ereignis wieder zurück im Sattel und Lahmi zieht inzwischen eine neue Last hinter sich her, einen Kinderanhänger. Dieses Vehikel fördert übrigens - spätestens am Berg hinter Achkarren hinauf auf den Kaiserstuhl - eine besondere menschliche Eigenschaft: Man kann plötzlich besser zuhören als reden!
 
Später unterfahren wir eine Bewässerungsanlage. Das frische Nass kühlt die Haut angenehm. Immerhin sind es über 30°C im Schatten. Doch Mirko sorgt sich: "Hoffentlich war da jetzt kein Dünger drin, sonst wächst uns noch ein zweiter Kopf." Der informierte Leser ahnt bereits, welch verzweifelte Hoffnung den Autor mit einem Male überkommt. Das passiert ja nicht alle Tage, dass einem mit Wachstumsmittel versetztes Wasser auf die .. ähh .. den Kopf fällt ...

Fr / 07.07. / 3h 03min / 37,2Km / 704Hm / MTB
mit dabei: Sabine
"Was machen denn die Bayern da im Attental," denkt sich der Westfale. Und man beschließt eine gemeinsame Tour.
Ein weiterer Sinn und Zweck dieser Etappe ist der Versuch, selbst aufgezeichnete GPS-Touren mittels Satelliten-Navigation wieder zu finden.
Lohnendes Ziel ist mal wieder der Kybfelsen. Auf wild verzweigten, steilen und felsigen Trails dort hinauf muss ich leider feststellen, das meine Leidenschaft für solch unwegsames Gelände nicht von jedermann/frau geteilt wird. Sabine signalisiert mehrmals, mehr und weniger deutlich, dass ein bisschen weniger Schieben ja auch Spaß machen kann.
Am Kybfelsen treffen wir noch Julien mit 3 weiteren Bikern. Sie kommen über die andere Seite hinauf. Er war es also, der mich beim Ultra-Bike so motivierend angefeuert hat. Danke.
(Die GPS-Aufzeichnung funzt übrigens prima. Man darf sich auf den nächsten Nightride freuen ;-)

Mo / 03.07. / 0h 43min / 11,1Km / MTB
Eine entspannte trail-betonte Feierabendrunde, die nicht so ganz ungefährlich ist; siehe Fotos.
Es kreucht und fleucht im Wald des Rosskopfberges. Aus jedem Weg, Pfad oder Gebüsch kommt irgend so ein Mountainbiker herausgesprungen. Es sind heute mehr als  sonst unterwegs - klar! Man muss sich ja irgendwie die Zeit vertreiben bis zum nächsten WM-Spiel, morgen, D:I, 21 Uhr.

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